Es ist schon ein paar Jahre her, dass die Stelen der Küssaberger Kunstschmiede aus dem Verkehrskreisel vor Kadelburg abgebaut werden mussten. Grund dafür war eine Verordnung der EU zugunsten der Sicherheit der Autofahrer. Betroffen davon sind Kreisverkehre außerhalb geschlossener Ortschaften – und somit auch die Kreiselkunst vor Kadelburg.

Alte Kunst muss EU-Recht weichen

Der Abbau fand wenig Begeisterung bei den Bürgern. Mittlerweile haben die Stelen ein neues Zuhause vor dem Rathaus gefunden. Mit dem Bau des neuen Verkehrskreisel in Kadelburg, welcher innerhalb der Gemeinde liegt, ergaben sich jetzt wieder Möglichkeiten, die heimische Kunstschmiedekunst zu präsentieren.

Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde machten damals deutlich ihren Unmut über den Abbau der Stelen klar.
Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde machten damals deutlich ihren Unmut über den Abbau der Stelen klar. | Bild: Rolf Bendel

Acht Meter langer Weidling mit Ruderern

Während einer Begehung im September entschied sich dder Gemeinderat zusammen mit Bürgermeister Manfred Weber, den Versuch zu wagen, als Gestaltungselement einen Weidling (Flachboot) zu entwerfen, der den Anforderungen der Behörde gerecht werden kann.

Gesagt – getan. Nach mehreren Behördenterminen galt es, ein Modell zu entwerfen, dass den Sicherheitsanforderungen entspricht. Zusammen mit Diplomingenieur Ralf Mülhaupt vom Ingenieurbüro Tillig in Dogern und Christian Stöckl, Inhaber der Kunstschmiede und Metallbau Stöckl aus Kadelburg entstand so der Entwurf für einen acht Meter langen Weidling mit zwei Ruderern.

Kunstwerk hat den Dreh raus

Der Weidling ist zusammen mit der Untergrundbefestigung so konzipiert, dass er sich, sollte ein Auto dagegen fahren, dreht und der Aufprall somit gemildert wird. Tatsächlich wurde so von den Behörden die Zustimmung Anfang März erteilt. Bürgermeister Manfred Weber merkte zufrieden an „Kunst im Kreisel hat in unserer Gemeinde bekanntlich eine lange Vorgeschichte. Ich bin für die einvernehmlich mit den Fachbehörden gefundene Lösung deshalb dankbar“.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings. Sollte sich die Rechtslage irgendwann mal ändern, kann es passieren, dass auch ein Kunstwerk innerhalb der Gemeinde weichen muss. Darauf wies der Bürgermeister vor der Entscheidung des Gemeinderates hin.

Trotz allen Eventualitäten entschied sich das Gremium begeistert für die Auftragsvergabe in Höhe von 13 200 Euro an Christian Stöckl für die Herstellung des Fährbootes mit zwei Fährmännern. Gottfried Ritter, Mitglied des Gemeinderates lobte die Raffinesse des Entwurfes „Ich bin begeistert. Besser kann man das gar nicht machen“.

Weiter wurde auch der Vorschlag von Gemeinderatsmitglied Armin Vetter aufgenommen, bei der Bepflanzung ausreichend Platz für eine niedrig wachsende Blumenwiese zum Schutz der Insekten zu berücksichtigen.