Narrenbaumstellen, Umzüge, Erstürmung von Schule und Rathaus – für Ortsunkundige stellt sich der gesamte Hochrhein in der Fasnachtszeit als eine Folkloremeile dar. Im Jahresplan der Einheimischen sind es Traditionen. Hinter ihnen stehen Vereine und diese bestehen aus Menschen, deren Eignung weit über Feierkondition hinausreicht. In David Scheppus besitzen die Rheinheimer Rebesäck einen umtriebigen, jungen Vorsitzenden, der bei der Hauptversammlung ein ebensolches Team um sich geschart und auf der Hauptversammlung souverän organisiert hat.

Seinen Dankesworten für die Einsätze bei der diesjährigen Fasnacht fügte er den Aufruf an, "den Spirit ins kommende Jahr mitzunehmen". So locker und spontan die 22 Aktiven drauf sind, mit ihrer neuen Konzeption haben sie einen närrischen Geniestreich hingelegt: Nach der Kindergartenschließung am Schmutzigen Dunnschdig folgt nunmehr die Kinderfasnacht mit Umzug, sodass der Nachwuchs ganztägig fest in Narrenhand ist. Der Zuspruch vonseiten berufstätiger Eltern sei enorm gewesen. Im Zuge dessen wurde die Jugendfasnacht auf den Rosenmontag angesetzt und das Heringsessen vom Inselpavillon in die Zunftstube verlegt.

Die Praxistauglichkeit der Neuerungen und der Ideengeber dürfen als erwiesen gelten: Kassierer Martin Zajadatz vermeldete einen Kassenstand von gut 14 000 Euro. Der stellvertretende Vorsitzende Stephan Hirt skizzierte die Planung für die kommende Saison: Kleggau-Narrentreffen in Jestetten, Schwerzener Umzug und Freundschaftstreffen bei den Blumberger Hexen, einer neugegründeten befreundeten Formation. Wohlwollend nahm man den Vorschlag von Marius Zajadatz auf, musikalische Elemente ins Programm einzubauen. Sarah Hummel regte die künftige Verwendung von Rebblättern statt Konfetti an.

Nach der Ehrung von Thomas Klee und Narrenmutter Jutta Braun für zehn Jahre Vereinsmitgliedschaft übernahm Gemeinderat Rolf Küpfer die Leitung der Wahlen. Carmen Zajadatz bleibt Beisitzerin, Luana Illi und Armin Braun bekleiden die freigewordenen Beisitzerposten. Küpfer dankte für die Spende von 350 Euro an den Kindergarten und den jugendlichen Elan, mit dem Scheppus und seine Vorstandskollegen die Tradition fortleben lassen.

Vier Neuzugänge untermauern sein Lob: Jonas Zerweck, Raphael Heil, Michael und Dominik Küpfer werden sich das Wochenende mit Raftingboot, das die Feuerwehr zur Verfügung stellt, sicher nicht entgehen lassen. Interessant auch, dass sich auf der Anwesenheitsliste Rheinheimer Familiennamen mit solchen Kadelburger und Dangstetter Ursprungs mischen.