Gefühlt warten die Menschen am Hochrhein schon eine ganze Weile darauf, dass es endlich los geht. Jetzt hat die Erdbeersaison offiziell begonnen. Die Zeitschriften sind auch schon seit Wochen voll mit diversen Rezeptvorschlägen und schüren so unseren Appetit. Nun gibt es des Deutschen liebste Frucht seit einigen Tagen wieder regional zu kaufen und wird in den nächsten Wochen viele Esstische in Form von Kuchen und Co. schmücken. Wer einen Erdbeerkuchen für das Wochenende plant, dem sei empfohlen, lieber eine Schale mehr zu kaufen. Der natürliche Schwund, sobald der Rest der Familie feststellt, dass Erdbeeren im Haus sind, kann doch größer sein, als man zunächst annimmt. Erfreulicherweise sieht es so aus, als wären für die nächsten Wochen genügend Erdbeeren für alle da.

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Die Zeichen stehen in diesem Jahr für eine „ganz normale Saison“ sagt Landwirt Clemens Stoll aus Kadelburg. Zwar habe der zurückliegende Nachtfrost den Beginn der Ernte etwas verzögert und auch den Ertrag hier und da etwas gemindert. Aber aktuell geht es hierbei um circa 20 Prozent Ernteausfall. „Eine Woche Ernte geht mit zwei Stunden Nachtfrost schnell kaputt“, erklärt Clemens Stoll. Und weiter: „Das kann aber auch bei 30 Grad im Juni und Regen passieren, dann sind die Früchte matschig.“ Mit der Sonne in den vergangenen Tagen steigt aber jetzt erst mal das süße Aroma der Beere. Das, und die kurzen Transportwege der Früchte in unserer Region sind die Qualitätsmerkmale für die beliebten heimischen Erdbeeren.

Ein Hektar Anbaufläche

Die Familie Stoll zählt zwar mit gut einem Hektar zu den kleineren Anbauflächen, bietet allerdings die Erdbeeren direkt nach der Ernte, tagfrisch in dem nahegelegenen eigenen Hofladen in Kadelburg zum Verkauf an. Direktvermarkter aus der Region gibt es neben der Familie Stoll aus Kadelburg noch in Albruck-Buch und in Schwerzen. Momentan liegen die Preise, ähnlich wie im Vorjahr, für 500 Gramm bei 3 Euro bis 3,50 Euro. Zum Ende der Saison im Juli hat sich der Preis dann fast halbiert und es beginnt in vielen Haushalten der optimale Zeitpunkt, den guten Geschmack zu bevorraten und Marmelade einzukochen.

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Dass viele Menschen am Hochrhein in den Genuss der Erdbeeren kommen, liegt nicht zuletzt auch an der fleißigen Arbeit der Erntehelfer, die jedes Jahr, nicht selten weit weg von Zuhause, für einige Wochen hier arbeiten. Ein geübter Erntehelfer schafft in einer Stunde drei Paletten mit je zehn Körbchen. Das sind ungefähr fünf Kilogramm Erdbeeren. Geerntet wird meist von 6 Uhr morgens bis 12 Uhr Mittags. Wer gerne selbst ernten möchte, muss etwas weiter fahren. Die nächsten Felder zum selbstpflücken findet man zum Beispiel in Weil am Rhein oder Singen.

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