Der Gemeinderat Küssaberg befasst sich seit Jahren mit den vom Land Baden-Württemberg vorgeschriebenen Kiesschüttungen in den Rhein in Höhe Küssaberg. So auch in der ersten Sitzung nach der Sommerpause. Von Anfang an stand das Gremium den Vorgaben, die in Verbindung mit der vor Jahren erteilten Neukonzessionierung des Kraftwerks Eglisau stehen, kritisch gegenüber. Nun soll laut dem Land Baden-Württemberg noch in diesem Herbst mit den Kiesschüttungen begonnen werden.

Küssaberg verfügt im Gegensatz zu anderen betroffenen Gemeinden entlang des Rheins über keinen ausreichenden Hochwasserschutz. Durch die geforderten rund 3000 Kubikmeter Kies pro Jahr befürchtet man eine deutliche Verschlechterung der Situation. Zwar ist der Pegel des Rheins aktuell sehr niedrig, aber die Küssaberger kennen auch die andere Seite des Flusses. Regelmäßig kämpfen sie, insbesondere die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, gegen Hochwasser.

Dem entgegen stehen die sich dadurch wieder bildenden wichtigen Laichplätze für heimische Fische. Als Entgegenkommen für die Gemeinde sieht das Land eine Reduzierung von rund 7000 Kubikmeter auf „nur“ 3000 Kubikmeter pro Jahr. Das sind ungefähr 400 Lastwagenladungen jedes Jahr.

Nach naturschutzrechtlichen Einschätzungen hat das Land Baden-Württemberg drei Schwerpunkte für die Schüttungen bestimmt. Zum einen ist das in Höhe Ettikon, noch vor dem Lauffen. Weiter aufwärts ist die nächste Stelle in Höhe des Campingplatzes in Kadelburg über den Grillplatz zwischen Kadelburg und Rheinheim bis hin zur Verlängerung des neuen Feuerwehrhauses in Rheinheim. Die dritte Abschüttstelle soll dann noch das Gewann Kalkäcker sein, welches zwischen Rheinheim und Reckingen liegt.

„Ein besseres Ergebnis wie heute geht nicht, wir sind am Ende der Verhandlungen“ informierte Bürgermeister Manfred Weber den kritischen Gemeinderat, der zusätzlich die Wahl der Schüttungsorte für sehr unbefriedigend hält.

Auch die damit verbundene Zunahme des Schwerlastverkehrs verschlechtert nach Meinung des Bürgermeisters und des Gemeinderats die Situation, sich als Tourismusgemeinde weiter ausbauen zu können. Nicht nur für Gemeinderatsmitglied Peter Graf stand fest „so kann ich dem nicht zustimmen“.

Mit der von der Verwaltung vorbereiteten Stellungnahme an das Land Baden-Württemberg versucht die Gemeinde, ein letztes Mal seinen Standpunkt klar zu machen und auf die Risiken hinzuweisen. Die Mehrheit stimmte für die Abgabe der Stellungnahme. Fünf Mitglieder des Gemeinderates enthielten sich der Stimme.