In Küssaberg weiß man seit diesem Juni nur zu gut, was es bedeutet, wenn man von einem Starkregenereignis betroffen ist. Dennoch sind es ganz andere Dimensionen gewesen, die nur wenige Wochen später das Ahrtal (Rheinland-Pfalz) zerstörten. Dass Bilder das Ausmaß nicht darstellen können, hat Jürgen Tritschler erfahren, als er Anfang September das erste Mal vor Ort war.

Über im betroffenen Gebiet wohnende Bekannte hatte er den Kontakt gesucht und Hilfe angeboten. „Viele wollen wissen, was mit ihren Spenden passiert und ob sie auch da ankommt, wo wirklich Hilfe benötigt wird. So ging es uns auch“ sagte Jürgen Tritschler.

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Dank seiner beruflichen Verbindungen und einiger hilfsbereiter Menschen und Firmen hier im Rheintal, war schnell das notwendige Geld gesammelt, um 150 Werkzeugkoffer, 50 Akkuschrauber je mit Bohr- und Pitset, 50 Akkubaustrahler, 20 Flex mit Zubehör, sowie 1000 Liter Apfelsaft in das Ahrtal zu bringen. Zusammen hatte die Lieferung einen Warenwert von 40.000 Euro. Die Situation vor Ort lässt ihn seitdem nicht mehr los.

Werkzeug wird beim Wiederaufbau im Ahrtal immer gebraucht.
Werkzeug wird beim Wiederaufbau im Ahrtal immer gebraucht. | Bild: privat/Tritschler

„Dreh- und Angelpunkt ist das Versorgungszelt“ berichtet er. Hier sorgen Ehrenamtliche dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag haben. Die Lebensmittel dafür und für weitere Mahlzeiten werden gespendet. Weitere Sachspenden wie Kleidung, Werkzeug elektronische Geräte müssen vorab geprüft werden.

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Am Nachmittag wird der Kontakt mit Senioren gesucht, für die der Weg in das Zelt zu aufwendig ist. Nach wie vor gibt es kaum intakte Wasserleitungen, es müssen mobile Toiletten und sanitäre Anlagen genutzt werden. Es gibt kaum Häuser, bei denen eine intakte Heizung. „Da steht ein unglaublicher Aufwand dahinter“, fasst Jürgen Tritschler die Situation zusammen. Die Solidarität beschreibt er als bemerkenswert.

Die Bilder aus Ahrweiler zeigen das immense Ausmaß der Zerstörung.
Die Bilder aus Ahrweiler zeigen das immense Ausmaß der Zerstörung. | Bild: privat/Tritschler

Jürgen Tritschler will mit seiner neu gegründeten Initiative „Vom Rheintal ins Ahrtal“ helfen und das Spenden so transparent wie möglich machen. In wenigen Tagen fährt er wieder los und hat diesmal notwendige Kabeltrommeln, USB-Platten, Decken und Malerwerkzeug dabei. „Es gibt viele Wege, die Aktion und somit die Menschen im Ahrtal zu unterstützen“, sagt er und freut sich über jede Kontaktaufnahme.

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Gerade aktuell ist eine Zusammenarbeit mit der Fruchtsaftkelterei Dreher aus Lauchringen entstanden. „Für unsere Kelterei war sofort klar, dass wir helfen wollen“, sagt Ron Dreher und hofft, dass viele weitere Unterstützer dazukommen. Erste Küssaberger Vereine wie die Gartenfreunde und die Landfrauen Kadelburg haben bereits Geld gespendet.

Weitere Informationen sind auf der Facebookseite der Initiative zu finden oder auf der Homepage: www.rheintal-ahrtal.de