Die Geflügelpest grassiert in mehreren kleineren Hühnerhaltungen im Landkreis Waldshut. Acht kleinere Betriebe waren bis Mitte vergangener Woche nach Auskunft der Landkreisverwaltung betroffen, in mindestens 14 Geflügelhaltungen sei ein Ausbruch höchstwahrscheinlich. Diese Zeitung fragte in den beiden Hühnerhaltungen bei Gündelwangen und Wangen nach. Beide Betriebe sind nach Auskunft der Betreiber bislang nicht betroffen.

Wilfried Kaiser

Wilfried Kaiser vom Geflügelhof in Wangen zeigte sich auf Anfrage erleichtert, dass die Hühnerpest bislang auf seinem Hof nicht ausgebrochen sei. Wäre dies der Fall, würde das Veterinäramt eine Schlachtung des kompletten Bestands anordnen, ein derart betroffener Betrieb stünde still.

Wilfried Kaiser sagt, es wäre für jeden Halter eine Katastrophe, wenn die Geflügelpest auf seinem Hof ausbrechen würde.
Wilfried Kaiser sagt, es wäre für jeden Halter eine Katastrophe, wenn die Geflügelpest auf seinem Hof ausbrechen würde. | Bild: Wolfgang Scheu

Wilfried Kaiser tut viel, damit sein Betrieb nicht von der Geflügelpest getroffen wird. Im Gespräch nennt er eine zu passierende Hygieneschleuse, bevor der Stall betreten werden kann. Fremde Personen kommen ohnehin nicht in den Stall hinein. Zudem werden alle erforderlichen Hygienemaßnahmen für die Hühnerhaltung angewendet, bis hin zum kontrollierten Futterzukauf und dem Wasser für die Tiere.

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Über die amtlichen Vorgaben hinaus sei in seinem Betrieb größtmögliche Sauberkeit beim Arbeiten ungeschriebenes Gesetz, sagt Kaiser. Beim Kauf neuer Hühner werde immer auf die Herkunft der Tiere und auf ein Gesundheitszeugnis, inklusive aller notwendigen Impfungen, geachtet. Man dürfe allerdings nie vergessen, dass die Geflügelpest ein unkalkulierbares Ereignis darstelle, das jeden Hof treffen könne. Für betroffene Betriebe sei ein Befall eine Katastrophe.

Marc Preiser

Aufgrund der hohen Hygienestandards sowie deren Umsetzung in seinem Betrieb sei er, Marc Preiser, überzeugt, dass ein möglicher Viruseintrag durch Menschen verhindert werden kann. Der Betrieb sei auf Freilandhaltung ausgerichtet, die Hühner dürfen täglich den Auslauf nutzen, bis weitere Maßnahmen getroffen werden. Im Freiland bestehe eine geringe Gefahr, dass das Virus durch Wildvögel eingetragen werde. Sollte eine reale Gefahr durch Wildvögel bestehen, werde in enger Zusammenarbeit mit den Ämtern, etwa mit dem Veterinäramt, oder auch mit dem Regierungspräsidium Freiburg, je nach Ausmaß und Gefahreneinschätzung ein Sperrgebiet sowie ein Aufstallungsgebot angeordnet und umgesetzt, erläutert Marc Preiser.

Marc Preiser sagt, er könnte seinen Legehennen auch bei einer Stallpflicht genügend Platz bieten.
Marc Preiser sagt, er könnte seinen Legehennen auch bei einer Stallpflicht genügend Platz bieten. | Bild: Martha Weishaar

Ein Aufstallungsgebot würde für die Legehennen bedeuten, dass auf geraume Zeit der Auslauf ins Freie nicht möglich wäre. In einem solchen Fall kann Marc Preiser den Hühnern riesige, überdachte und mit Gittern versehene „Wintergärten“ bieten, die einen Kontakt mit Wildvögeln verhindern helfen, erklärt er. Auslauf und Frischluft seien dadurch gesichert. Dadurch sei das Tierwohl sicher gestellt, so Marc Preiser. Der Legehennenstall seines Betriebs sei ohnehin viel größer als vorgeschrieben, ergänzt er.

Die Gefahr, dass die die Hühnerpest durch Menschen in Betriebe eingetragen werde, sei größer als durch Wildvögel, erläutert Marc Preiser weiter. Das jährlich mehrmals geschulte Personal auf seinem Hof achte genau darauf, Hygienestandards ganzjährig konsequent einzuhalten (mehrmaliges Wechseln der speziellen, profillosen Arbeitsschuhe; mehrmaliges Desinfizieren der Hände und Schuhe; Wechsel der Betriebskleidung).

Beschränkter Zutritt

Der Zutritt zu den Verpackungsräumen sowie zum Stall sei nur dem Personal möglich. Ebenfalls sei beim Bau des Legehennenstalls darauf geachtet worden, Hygiene- von Besucherbereichen durch Glasscheiben und Wände strikt voneinander zu trennen. Derzeit sei das abgetrennte Besucherzentrum situationsbedingt bis auf Weiteres gesperrt, um eine Einschleppung des Virus‘ zu verhindern, erklärt der Geflügelhalter weiter.