Die Region hat wieder einmal mitgezählt: Bei der mittlerweile 18. Stunde der Gartenvögel wurde auch am Hochrhein beobachtet, welche Arten sich in den heimischen Gärten und Wäldern herumtreiben. Die Zahl der Teilnehmer hat sich seit der vorherigen Aktion allerdings stark verringert. Der Nabu vermutet, dass die weggefallenen Einschränkungen der Corona-Pandemie damit zu tun haben.

Die Top 5 der Vögel im Landkreis Waldshut

Die Spitzenreiter am Hochrhein unterscheiden sich nur in ihrer Platzierung vom deutschlandweiten Ergebnis.

Die Kohlmeise gehört auch im Landkreis Waldshut zu den meistgesehenen Vögeln.
Die Kohlmeise gehört auch im Landkreis Waldshut zu den meistgesehenen Vögeln. | Bild: Jarausch, Gerald

Auf dem fünften Platz landet die Blaumeise, sie wurde in fast 78 Prozent der Gärten im Landkreis Waldshut gezählt. Danach folgt die Kohlmeise, die noch etwas häufiger beobachtet wurde. Auf dem dritten Platz folgt die Amsel.

Am zweithäufigsten im Landkreis Waldshut wurde der Star gesehen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr wurde er 44 Prozent häufiger gesehen, deutlich stärker als im Bundesdurchschnitt, wo er nur auf dem vierten Platz landet. Der Spitzenreiter ist wieder einmal der Haussperling (Spatz), von dem über fünf Exemplare pro Garten gemeldet wurden.

Der Haussperling, auch Spatz genannt, führt die Liste der am häufigsten gemeldeten Vögel erneut an.
Der Haussperling, auch Spatz genannt, führt die Liste der am häufigsten gemeldeten Vögel erneut an. | Bild: Adolf Müller

Zu viel sollte in die Platzierung und die Vergleichswerte zum Vorjahr allerdings nicht hineininterpretiert werden. „Schwankungen sind immer da“, sagt Rudi Apel, der Vorsitzende des Nabu Görwihl. Allerdings können sie über mehrere Jahre hinweg doch Trends wiedergeben. „Es ist allgemein rückläufig, das sieht man“, bedauert Apel die Zahlen.

Probleme für Zugvögel

Apel sieht zwei Problemfelder, die besonders den Zugvögeln das Leben schwer machen. Wenn sie geschwächt von ihrer Reise zurückkommen, müssen sie mit dem heimischen Vögeln um Nistplätze konkurrieren.

„Die Nistkästen sind belegt, bis die Zugvögel kommen“, sagt Apel. Besonders der weit verbreitete Feldsperling beansprucht den Platz für sich. Doch das Angebot würde sich stetig verbessern, immer mehr Nabu-Gruppen und auch Privatleute würden Nistkästen aufstellen.

Rudi Apel vom NABU Görwihl ist kein Freund des ganzjährigen Fütterns von Vögeln.
Rudi Apel vom NABU Görwihl ist kein Freund des ganzjährigen Fütterns von Vögeln. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

Noch wichtiger als Nistplätze sei das Futterangebot, erklärt Apel: „Nahrung ist das A und O.“ Der zunehmende Flächenverbrauch führe zu weniger Möglichkeiten für die Vögel, Nahrung zu finden. Auch häufiger gemähte Wiesen seien ein Problem. Sie bieten weniger Platz für Pflanzen, was wiederum zu weniger Insekten führt, die den Vögeln, gerade den jungen Tieren, als Futter dienen. Auch die meisten Zugvögel sind reine Insektenfresser.

Ganzjähriges Füttern ist umstritten

Beim Thema Fütterung hat der Experte eine klare Meinung: „Die Ganzjahresfütterung ist mir ein Dorn im Auge.“ Die Körnerfresser würden meist auch ohne menschliche Hilfe gut über den Winter kommen, so belegen sie dann gut gefüttert die Nistplätze.

Die Insektenfresser dagegen hätten es schwer. Auch für Jungtiere, die von ihren Eltern versorgt werden müssen, seien Körner teilweise schädlich, können sogar zum Tod führen. Insekten wären laut Apel die bessere Nahrung. Er rät daher zu Vogelfreundlichen Sträuchern im Garten, anstatt den Tieren das ganze Jahr über Futter anzubieten.

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Dass es hierbei unterschiedliche Meinungen gibt, ist Apel bewusst. Unter erfahrenen Vogelkundlern gibt es viele Diskussionen, abschließend geklärt ist die Frage nicht. Auf seiner Website rät der Nabu dazu, im Sommer Insekten und nur kleine Körner anzubieten.