Brennende und verformte Autowracks, Qualm, Scherben, Menschen in Panik – beim zentralen Übungstag für den Nachwuchs von Rettungsdienst und Feuerwehren wurden die Lebensretter von morgen mit harten und realistischen Szenarien konfrontiert. Um die hundert Menschen bevölkerten das weitläufige Areal von Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz (DRK) im Lauchringer Gewerbegebiet: Mitglieder von Feuerwehren aus Lauchringen, St. Blasien und Klettgau, Rettungsdienst und Kriseninterventionsteam vom DRK-Kreisverband Waldshut, Notärzte vom Klinikum Hochrhein, die Schulsanitätsdienste von Realschule und Gymnasium aus Tiengen sowie von der Gesamtschule Wutöschingen und junge Leute vom Jugendrotkreuz.

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Sie alle wirkten in den unterschiedlichsten Rollen zusammen. Schulsanitäter und Jugendrotkreuz engagierten sich bei der realistischen Notfalldarstellung: Sie verwandelten einige Kameraden maskenbildnerisch in Unfallopfer, die sich mutig in demolierte und teils auf dem Dach liegende Unfallautos zwängten, wo Unterlagen Schutz vor Schnittverletzungen boten.

Führungskräfte und Ausbilder beider Hilfsorganisationen beobachteten den Übungsablauf und machten sich Notizen für die abschließende ...
Führungskräfte und Ausbilder beider Hilfsorganisationen beobachteten den Übungsablauf und machten sich Notizen für die abschließende Manöverkritik. | Bild: Arete Anna Mohringer-Keller / DRK-Kreisverband Waldshut

Bei den verschiedenen Unfallszenarien mussten Auszubildende des DRK-Rettungsdienstes rasch entscheiden, ob eine Notrettung, eine schnelle Rettung, eine schonende Rettung oder eine Herz-Lungen-Wiederbelebung bereits während der Bergung aus dem Unfallwrack geboten war. Der Feuerwehr mussten sie entsprechende Anweisungen geben. Der Feuerwehrnachwuchs hatte dabei Gelegenheit, die verschiedensten Techniken zur Bergung von Unfallopfern zu proben. Notärzte und Rettungsdienstausbilder beobachteten das Geschehen und machten sich Notizen für die abschließende Manöverkritik.

Das Kriseninterventionsteam hielt sich bereit für den Fall, dass eine psychische Überforderung bei den Darstellern von unverletzten Beteiligten oder Augenzeugen festzustellen wäre, die auf ihre Rollen genau vorbereitet worden waren. Entsprechend machten einige mit aufgeregtem Verhalten auf sich aufmerksam. Für diese Statisten galt es eine geeignete Betreuung zu organisieren, ohne sich von den Rettungsarbeiten ablenken zu lassen.

Der ehrenamtliche Nachwuchs vom Jugendrotkreuz beobachtet den hauptberuflichen DRK-Nachwuchs und die Feuerwehr beim Training.
Der ehrenamtliche Nachwuchs vom Jugendrotkreuz beobachtet den hauptberuflichen DRK-Nachwuchs und die Feuerwehr beim Training. | Bild: Arete Anna Mohringer-Keller / DRK-Kreisverband Waldshut

Zu den Verletzungsbildern, die von den Auszubildenden im Rettungsdienst erkannt werden mussten, zählten Verbrennungen unterschiedlichen Grades, Brüche, Verletzungen der Wirbelsäule, des Brustkorbes und des Bauches, kritische Blutungen und Schockzustände. Um invasive Maßnahmen wie Injektionen oder Entlastungspunktion realistisch handwerklich zu üben, lagen Stücke von rohem Schweinefleisch mit Schwarten bereit.

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Der Notarzt und Ärztliche Leiter Rettungsdienst des DRK-Kreisverbands Waldshut, Dr. Daniel Arndt, und Ausbildungsleiter Thomas Streit beobachteten das Geschehen bei den Unfallszenarien aufmerksam und überzeugten sich vom guten Ausbildungsstand des Rettungsdienstnachwuchses im zweiten und dritten Lehrjahr. Als Ausbilderinnen und Leiterinnen sowie Ansprechpartnerinnen der Schulsanitäter aus Tiengen nahmen Annette Schmidt (Realschule), Svea Hofbauer (Klettgau-Gymnasium) und Andrea Trippel (Gesamtschule Wutöschingen) am Szenarientraining teil.