Als Folge des Klimawandels leiden neben den Nadelbäumen auch die Buchen unter Trockenstress. Regional sind nach den Dürrephasen der letzten Jahre bereits zahlreiche Buchen erkrankt oder abgestorben. Von diesen kann auch eine Gefahr durch plötzlich herunterfallende Äste ausgehen.

„Unsere Buchen leiden durch die Dürreperioden der letzten Jahre unter einem starken Hitzestress und Durst“, erklärt Ralf Göhrig, Sprecher des Kreisforstamtes Waldshut. „In den geschwächten Bäumen nisten sich schädliche Pilze, Buchenborkenkäfer oder andere Insekten ein. Manche Buchen leiden unter dem sogenannten Buchensonnenbrand, andere bekommen Buchenkrebs. Äste oder Kronenteile können absterben, im schlimmsten Fall kommt es dazu, dass der Baum schlichtweg verdurstet“, betont der Förster.

Nach drei besonders heißen und trockenen Jahren seit 2018 stuft Göhrig die Situation als angespannt ein. Zudem lassen sich bei Buchen, anders als bei Fichten, häufig erst mit deutlicher Verzögerung Schäden erkennen. Sollten dieses Jahr erhöhte Niederschlagsmengen im Sommer fallen, würden sich diese daher erst zeitversetzt bemerkbar machen. Deshalb ist in diesem Jahr von einem Anstieg der Trockenheitsschäden der Buchen auszugehen.

Im ersten Quartal 2021 haben die Buchen-Schadholzmengen in Baden-Württemberg mit über 170.000 Kubikmetern bereits zwei Drittel des Niveaus aus dem gesamten Jahr 2020 erreicht. Geschädigte Bäume werden überwiegend entlang von Verkehrswegen, Erholungseinrichtungen und weiterer Infrastruktur zum Schutz der Waldbesucherinnen und Waldbesucher gefällt. Wo möglich und sinnvoll, bleiben abgestorbene Buchen als ökologisch wertvolles Totholz im Wald und tauchen daher nicht in der Schadholz-Statistik auf.

Das Kreisforstamt warnt vor möglichen Gefahrenquellen beim Waldbesuch: „Das Holz der Buche verliert durch die Trockenheit an Elastizität. Äste können auch bei Windstille plötzlich abbrechen und herabfallen. Deshalb ist in betroffenen Waldbeständen zurzeit erhöhte Aufmerksamkeit beim Waldbesuch angeraten“, mahnt Göhrig. „Unsere Leute arbeiten bereits am Anschlag, um die Waldschäden an Fichte und Tanne durch den Borkenkäfer so weit wie möglich einzudämmen. Trotzdem versuchen wir, soweit es für die Verkehrssicherheit notwendig ist, die abgestorbenen Buchen entlang der Straßen und Wege zügig zu entfernen. Aufgrund der Gefahrensituation können im Extremfall auch einzelne Wege oder Waldteile zeitweise abgesperrt werden. Dafür bitten wir um Verständnis.“ Der Forstmann betont, dass dies zum Schutz der Waldbesucherinnen und Waldbesucher geschehe und bittet zur eigenen Sicherheit um die strikte Einhaltung von Absperrungen.

Die zuständigen Forstrevierleiter der unteren Forstbehörde Waldshut stehen den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern unterstützend zur Seite. Mit der im Juli 2020 vorgestellten Verwaltungsvorschrift ‚Nachhaltige Waldwirtschaft‘ unterstützt sie das Land bei der Schadensbewältigung, neben einer fundierten Beratung, auch finanziell. Im Zentrum der Fördermaßnahmen stehe die Aufarbeitung von Schadholz und die Wiederbewaldung. Ziel sind klimastabile Mischwälder mit standortangepassten Baumarten.