Der Zeitpunkt könnte besser nicht sein. Während Corona die Nachfrage nach Urlaub im eigenen Land steigen lässt, bereiten die Landkreise Schwarzwald-Baar und Waldshut sowie der Kanton Schaffhausen derzeit die Einführung einer gemeinsamen Gästekarte vor. Die grenzüberschreitende und digitale DreiWelten Card wird im April 2021 eingeführt und bündelt die touristischen Attraktionen im südlichen Schwarzwald, am Rheinfall und westlichen Bodensee.

„Gästekarten haben sich zu einem touristischen Standardprodukt entwickelt, und wir sind umzingelt von solchen touristischen Vorteilsangeboten“, verweist Corinna Steinkopf, im Amt für Wirtschaftsförderung zuständig für den Bereich Tourismus, auf die aktuelle Situation. „Wir wollen diesen Nachteil ausgleichen.“ Ihr Vorgänger im Amt, Klaus Nieke, habe dieses Projekt daher von Anfang an mit unterstützt, so Steinkopf.

Der Rheinfall in Schaffhausen ist immer ein Erlebnis und zusammen mit über 100 Veranstaltern mit im Leistungsangebot der DreiWelten Card.
Der Rheinfall in Schaffhausen ist immer ein Erlebnis und zusammen mit über 100 Veranstaltern mit im Leistungsangebot der DreiWelten Card. | Bild: Bruno Sternegg

Alleine nicht machbar

Ausgangspunkt war 2017 die Tourismuskonzeption des Landkreises Schwarzwald-Baar. „Ein wesentlicher Punkt war der Bedarf nach einer Gästekarte. Eine Machbarkeitsstudie zeigte aber gleichzeitig, dass das alleine nicht machbar ist“, erzählt Steinkopf. So kam es zu dem gemeinsamen Projekt der Landkreise Schwarzwald-Baar und Waldshut mit dem Kanton Schaffhausen, die bereits seit Jahren in der Randenkommission zusammenarbeiten. Im Landkreis Waldshut kam das offizielle Ja dann im September 2019 mit dem Beschluss des Kreisausschuss zur Einführung und Anschubfinanzierung der DreiWelten Card.

Die DreiWelten Card wird es klassisch als Karte aber auch in digitaler Form geben.
Die DreiWelten Card wird es klassisch als Karte aber auch in digitaler Form geben. | Bild: Schwarzwald-Baar-Kreis

Kostenloses Freizeitangebot

Was ist die DreiWelten Card genau? Es handelt sich um eine Mehrwert-Gästekarte, die Übernachtungsgästen verschiedene Freizeit- und Kultureinrichtungen in der ganzen Region kostenlos zur Verfügung stellt. Jeder Gastgeber, der bei der DreiWelten Card mitmacht, händigt diese Karte seinem Gast bei der Ankunft aus. Geplant ist außerdem eine digitale Nutzung der DreiWelten Card über eine DreiWelten-Reiseführer App, die gleichzeitig Informationsportal ist. Der Gast soll in jedem Fall die Wahl haben.

Die DreiWelten Card wird bereits beworben, so auch per Bodenkleber in der Tourist Information Bad Dürrheim.
Die DreiWelten Card wird bereits beworben, so auch per Bodenkleber in der Tourist Information Bad Dürrheim. | Bild: Bild: Kur und Bäder GmbH Bad Dürrheim/Andrea Meiers

Und wie wird die grenzüberschreitende DreiWelten Card finanziert? Die Karte wird über Umlagen finanziert. Die teilnehmenden Betriebe bezahlen eine Abgabe an die Betreibergesellschaft DreiWelten Tourismus GmbH, deren Gründung im Juni von der Kur- und Bäder GmbH Bad Dürrheim und der Stadt Bad Dürrheim final beschlossen wurde, um die DreiWelten Card ab dem 1. April 2021 zu betreiben. Die an der Gästekarte beteiligten Betreiber von Leistungs- und Kulturangeboten erhalten ihrerseits eine Vergütung für die tatsächlich in Anspruch genommenen Leistungen.

Über 20 Veranstalter Teil des Projektes

Eine der ersten Marketingmaßnahmen für das Projekt sei die Entwicklung eines Logos gewesen, sagt Steinkopf. Parallel dazu wird fleißig verhandelt: „Wir sind täglich im Gespräch mit Gastgebern und Leistungsträgern“, berichtet Steinkopf. Im Landkreis Waldshut werden derzeit die Verträge mit jenen 70 Gastgebern abgeschlossen, die eine Absichtserklärung abgegeben haben. Außerdem beteiligen sich über 20 Veranstalter an der DreiWelten Card. Zusammen mit dem Landkreis Schwarzwald-Baar und dem Kanton Schaffhausen beteiligen sich über 150 Gastgeber (400.000 Übernachtungen) und über 100 Veranstalter an der DreiWelten Card.

Die digitale DreiWelten Card wird neue Maßstäbe im Tourismus der Region setzen. Die Projekpartner sind (von links) Landrat Martin Kistler (Landkreis Waldshut), Regierungsrat Christian Amsler (Kanton Schaffhausen), Geschäftsführer der Kur- und Bäder GmbH Bad Dürrheim Markus Spettel, Landrat Sven Hinterseh (Schwarzwald-Baar-Kreis), Geschäftsführer Konstantin Andreas Feustel (WIIF-GmbH).
Die digitale DreiWelten Card wird neue Maßstäbe im Tourismus der Region setzen. Die Projekpartner sind (von links) Landrat Martin Kistler (Landkreis Waldshut), Regierungsrat Christian Amsler (Kanton Schaffhausen), Geschäftsführer der Kur- und Bäder GmbH Bad Dürrheim Markus Spettel, Landrat Sven Hinterseh (Schwarzwald-Baar-Kreis), Geschäftsführer Konstantin Andreas Feustel (WIIF-GmbH). | Bild: Schwarzwald-Baar-Kreis/Anne Derday.

Die DreiWelten Card versteht sich als wichtiger Baustein im Tourismus der Region, und ist in Zeiten von Corona von noch größerer Bedeutung: „Urlaub im eigenen Land wird nach den Ausgeh- und Reisebeschränkungen noch stärker nachgefragt als bisher“, heißt es auf der Homepage der DreiWelten Card.

Karte für Einheimische

Aber nicht nur Touristen sollen in den Genuss kommen, die vielfältigen Freizeitangebote der beiden Landkreise und des Kantons Schaffhausen zu erleben. In einem nächsten Schritt soll es auch eine Karte für Einheimische geben, so dass diese ihre eigene Region südlicher Schwarzwald, Rheinfall und westlicher Bodensee noch besser kennenlernen und damit gleichzeitig Botschafter und Werbeträger der DreiWelten Card sind. Bei der Karte für Einheimische wird es sich um eine Kaufkarte handeln.