An der Videoüberwachung im öffentlichen Raum scheiden sich die Geister. Während die Gegner sich von den Behörden dadurch überwacht fühlen, vermitteln Kameras in Unterführungen, auf Plätzen oder in Parkhäusern den Befürwortern ein Gefühl der Sicherheit.

Weniger kritisch als Überwachungskameras werden die sogenannten Webcams gesehen, die ständig aktualisierte Live-Aufnahmen des Gefilmten ins Internet übertragen. Beliebt bei Bewohnern der Hochrhein-Ebene ist beispielsweise die Webcam der Gemeinde Höchenschwand, die verrät, wie gerade das Wetter auf der Höhe ist. Zeigt die Kamera blauen Himmel, dann lohnt sich für den vor allem im Herbst nebelgeplagten Tiefländer eine Fahrt ins sogenannte Dorf am Himmel.

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Was Überwachungskameras betrifft, sind wir hierzulande noch weit entfernt vom Orwell‘schen Szenario eines totalitären Überwachungsstaats wie in seinem Roman „1984“.

Allerdings stößt man neuerdings dem Anschein nach auf Geräte, wo sie eher nicht zu vermuten sind. So entdeckten Spaziergänger kürzlich am Schluchsee in der Nähe der Staumauer ein gelbes Schild mit einem blauen Piktogramm, auf dem die Hinweise „Wanderwege sind videoüberwacht“ und „Müll wegwerfen verboten“ zu lesen sind.

Werden Wanderwege am Schluchsee videoüberwacht? Dieses Schild suggeriert es zumindest.
Werden Wanderwege am Schluchsee videoüberwacht? Dieses Schild suggeriert es zumindest. | Bild: Bettina Schlichter

Die ebenfalls auf dem Schild stehende falsche englische Übersetzung fordert jedoch genau zum Gegenteil auf: „Throw away garbage“ bedeutet übersetzt „Müll wegwerfen“. Nicht nur wegen des Übersetzungsfehlers plant der zuständige Förster, das Schild zu entfernen. Denn wer es aufgehängt hat, ist unklar. Außerdem wäre eine Videoüberwachung an dieser Stelle laut Datenschützern nicht zulässig.

Wer sich beim Spazierengehen und Wandern also künftig hinterm Baum oder im Gebüsch erleichtern will, muss nicht besorgt sein, dabei gefilmt zu werden.

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