Lösung mit Vorbehalt

Dass die B34 überhaupt wegen eines Unfalls gesperrt und der Verkehr umgeleitet werden muss, kommt laut Polizei sehr selten vor. Dieses Jahr gab es bisher nur zwei derartige Fälle – Ende Februar und am Dienstag. Und noch nie sei es vorgekommen, dass während einer Sperrung einen parallelen Notfalleinsatz im vom Verkehrschaos geplagten Wallbach gegeben habe, wie Vertreter von Polizei, DRK und Feuerwehr auf Nachfrage konstatierten.

Und doch: Behörden wie auch Rettungsorganisationen nehmen die Sorgen ernst, die viele Wallbacher umtreiben, wenn sie sich mit der Blechlawine konfrontiert sehen. Und zumindest in Teilen gebe es bereits eine Lösung, wie Bad Säckingens Ordnungsamtsleiter Markus Haag versichert. Aber: Weitere Alternativen scheiden aufgrund der örtlichen Gegebenheiten oder Kapazitätsgrenzen der Straßen aus.

Konkret sieht das Ganze so aus: Im Ernstfall gibt es zwei fixe Umleitungsstrecken mit Einbahn-Regelung, so Polizeisprecher Mathias Albicker. „Es fehlt eigentlich nur noch die feste Beschilderung“, so Albicker weiter. Die von Bad Säckingen kommenden Verkehrsteilnehmer werden über die Zufahrt zum Wallbacher Kieswerk abgeleitet, fahren dann an der Flößerhalle vorbei wieder auf die Auffahrt der B34. In der Gegenrichtung wiederum bleibe nur die Option Ortsdurchfahrt – auch hier gelte dann eine Einbahnstraßenregelung in Richtung Bad Säckingen, so Albicker. Dadurch werden zumindest Probleme durch Begegnungsverkehr vermieden.

In der Praxis gibt es jedoch durchaus Faktoren, die einer reibungslosen Umsetzung in die Quere kommen. Wenn sich der Unfall, wie am Dienstag, zwischen der Ampelanlage am Stadtausgang und der Kieswerk-Abfahrt ereignet, ist der Weg zur Umleitung zum Beispiel versperrt. Es komme aber nach Einschätzung von Fred Thelen auch vor, dass nach Unfällen der Verkehr aufgrund fehlender Ortskenntnis der Einsatzleitung falsch umgeleitet werde.

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Menschenrettung hat Vorrang

Bad Säckingens Feuerwehr-Stadtkommandant Tobias Förster räumt ein, dass die Organisationen im Einsatz andere Prioritäten hätten, als den Verkehrsfluss oder gar die Umleitung im Auge zu behalten: „Unser primärer Auftrag ist die Mennschenrettung.“ Gleichwohl täte auch die Feuerwehr ihr möglichstes, um gesperrte Straßen schnellstens wieder befahrbar zu machen. Zumindest eine einspurige Öffnung der Straße sei auch nach dem Unfall am Dienstag schon nach relativ kurzer Zeit erfolgt.

Generell werten Feuerwehr, Polizei und auch der DRK-Kreisverband Säckingen aber die umleitungsbedingte Stauproblematik in Wallbach nicht als unüberwindbares Hindernis. Die Einsatzkräfte stünden mit der Leitstelle in permanentem Kontakt und werden gegebenenfalls auch über Nebenstraßen oder gar Feldwege gelotst, wenn es keine andere Möglichkeit gebe, so Mathias Albicker. Darüber hinaus könnten Rettungswagen natürlich auch eine Unfallstelle passieren, wenn diese noch abgesperrt sei.

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„Ohnehin ist ein Stau für uns kein echtes Hindernis“, sagt der Rettungsdienstleiter des DRK-Kreisverbands Säckingen, Horst Schwarz. Egal ob es sich um den alltäglichen Rush-Hour-Stau in Bad Säckingen handle oder ein einmaliges Ereignis infolge eines Unfalls: „Unsere Rettungswagen kommen in der Regel trotzdem gut durch, auch wenn es vielleicht mal eine Minute länger dauert.“

Voraussetzung sei natürlich, dass die im Stau Stehenden eine Rettungsgasse bildeten oder anderweitig Platz machten, wenn der Rettungswagen oder die Feuerwehr komme. Und bevor alle Stricke reißen, komme die Luftrettung aus der benachbarten Schweiz zum Einsatz. Die Gefahr, dass die Rettung im Ernstfall nicht durchkomme, sei also verhältnismäßig gering.

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