Schon die ungewohnt leeren Parkplätze zeigen: Die Schweizer Kunden fehlen dem Lebensmitteleinzelhandel am Hochrhein. Weil wegen der Corona-Schutzmaßnahmen die Kunden aus dem Nachbarland ausbleiben, hat die Offenburger Edeka Handelsgesellschaft Südwest für das E-Center Laufenburg bereits Kurzarbeit eingeführt. Die Schmidts Märkte GmbH mit Sitz in Rickenbach will noch bis zum Ende dieses Monats die Entwicklung abwarten, bevor sie darüber entscheidet, ob sie ebenfalls Kurzarbeit beantragen soll.

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„Die derzeitigen Regelungen bezüglich der Einreise aus der Schweiz sowie aus Frankreich wirken sich auch auf die Kundenfrequenz in unseren grenznahen Märkten aus. Aus diesem Grund haben wir entsprechende Anpassungen beim Personaleinsatz vorgenommen und in einigen Fällen auch auf Kurzarbeit zurückgegriffen, so zum Beispiel im E-Center Laufenburg„, antwortete Florian Heitzmann als Sprecher der Edeka Südwest auf unsere Anfrage. Konkreten Zahlen und Größen wollte das Unternehmen nicht nennen. Kunden des Unternehmen mussten sich aber bereits vor geraumer Zeit auf geänderte Öffnungszeiten einstellen. So schließen die Märkte in Laufenburg und Tiengen bereits um 19.30 statt erst um 22 Uhr.

Gesunkene Kundenzahlen müssen auch die Schmidts Märkte vor allem in ihren beiden Bad Säckinger Märkten verzeichnen. Die Einbrüche dort lägen in einem ähnlichen Bereich wie bei der ersten Corona-Welle im vergangenen Frühjahrletzten Frühjahr, erklärte Geschäftsführer Michael Schmidt. „Am meisten ist der Markt in der Innenstadt betroffen, da dort vieles zusammenkommt.“ Die fehlenden Schweizer Kunden seien dort nur ein Aspekt. Auch weil viele Beschäftigte im Homeoffice statt im Büro arbeiteten und weil andere Einzelhandelsgeschäfte ebenso geschlossen seien wie die Gastronomie, seien die Märkte leerer.

Deutlich weniger Betrieb als normal herrscht auch am Schmidts Markt XL am Brennet-Areal.
Deutlich weniger Betrieb als normal herrscht auch am Schmidts Markt XL am Brennet-Areal. | Bild: Baier, Markus

Auch die Schmidts Märkte haben haben deshalb im XL-Markt auf dem ehemaligen Brennet-Areal und im Markt Lohgerbe in der Innenstadt die Ladenöffnungszeiten bereits angepasst. Allein schon nach 20 Uhr abends geltende Ausgangsbeschränkung sei ein Grund dafür, so Schmidt. Ob die Umsatzentwicklung Kurzarbeit nötig mache, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht entschieden werden. „Wie stark unsere Mitarbeiter davon betroffen sein werden, können wir erst Ende des Monats entscheiden beziehungsweise dann an die Gegebenheiten anpassen.“ , sagt Schmidt. Das Maß der ausgefallen Stunden differiere von Mitarbeiter zu Mitarbeiter sehr.

Reduzierte Öffnungszeiten haben ausbleibende Kunden und die Ausgangssperre ab 20 Uhr im Schmidts Markt in der Lohgerbe nach sich gezogen.
Reduzierte Öffnungszeiten haben ausbleibende Kunden und die Ausgangssperre ab 20 Uhr im Schmidts Markt in der Lohgerbe nach sich gezogen. | Bild: Baier, Markus

Zu normalen Zeiten zeigen schon die auf den Parkplätzen vor dem E-Center Laufenburg und dem Schmidts XL-Markt Bad Säckingen abgestellten Fahrzeuge, wie wichtig die Kunden aus der Schweiz für deren Geschäft sind. Zulassungskennzeichen vor allem Aus dem Aargau aber auch aus Zürich und anderen Schweizer Kantonen dominieren.

Für die großen Lebensmitteleinzelhändler an der Grenze war 2020 wie für alle auf Schweizer Kunschaft eingestellten Einzelhändler und Dienstleister ein schwieriges Jahr. Schon im Frühjahr war der Einkaufstourismus aus der Schweiz während der Schließung der Grenzen ab Mitte März für zwei Monate fast auf null zurückgegangen. Ab Mai pendelten sich die Umsätze wieder auf das normale Maß ein, ehe sie im Oktober wieder einbrachen. Schon als die Schweiz dann ab 19. Oktober ihre eigenen Corona-Schutzmaßnahmen verstärkte, hatte dies unmittelbare Auswirkungen auf den grenznahen Handel in Deutschland. Matthias Fengler, Professor für Ökonometrie an der Universität St. Gallen, hat die EC-Karten-Umsätze Schweizer Kunden in Deutschland analysiert, und kam zum Ergebnis, dass die Schweizer Ausgaben in deutschen Supermärkten ab diesem Zeitpunkt um 13 Prozent, im übrigen Einzelhandel um 34 Prozent gesunken seien. Seit unmittelbar vor Weihnachten Deutschland schärfere Einreisebeschränkungen beschloss, die seit dem 23. Dezember gelten und Quarantäne bei Ausflügen und Einkaufstouren vorsehen, bremste dies den Einkaufstourismus noch mehr.