Der Rheinfall bei Schaffhausen ist nicht nur Touristenmagnet am Hochrhein, sondern auch eine Quelle erneuerbarer Energie durch Wasserkraft. So wird das Kraftwerk in der Nähe des Wasserfalls bislang von der Rheinkraftwerk Neuhausen AG (RKN) betrieben. Doch in zehn Jahren soll damit Schluss sein. Denn der Kanton Schaffhausen will die Energiegewinnung am Rheinfall künftig selbst übernehmen. Möglich wird dies durch die Ende 2030 auslaufende Wasserrechtskonzession.

„Entsprechend muss der Kanton dem jetzigen Konzessionsinhaber (RKN) mindestens zehn Jahre vor Ablauf der Konzession, das heißt bis 27. Dezember 2020, mitteilen, dass er den sogenannten Heimfall ausübt“, heißt es in einer Mitteilung des Regierungsrats. Das Vorgehen sei mit dem Kanton Zürich abgestimmt.

Da der Kantonsrat in zehn Jahren (2030) über die Verleihung der neuen Konzession zu entscheiden habe, mache es aus Sicht des Regierungsrates Sinn, dass er nun die Stoßrichtung für eine künftige Nutzung der Wasserkraft in den Grundzügen vorgebe.

Wirtschaftlich überzeugend

Aus wirtschaftlicher Sicht ist das Kraftwerk attraktiv: Das RKN nutze derzeit 29,9 Kubikmeter/Sekunde und weise eine jährliche Energieproduktion von rund 45 Gigawattstunden auf, das sind 45 Millionen Kilowattstunden. Zum Vergleich: Bei einer vierköpfigen Familie wird von einem jährlichen Stromverbrauch von rund 4000 Kilowattstunden. Entsprechend dieser Annahme wird am Rheinfall also Strom für rund 11.250 entsprechende Haushalte erzeugt.

Weiter heißt es in der Mitteilung des Regierungsrates über das Kraftwerk: „Das Werk befindet sich in einem guten Zustand und die Gestehungskosten belaufen sich zurzeit auf circa 2,9 Rappen / Kilowattstunde, was ausgesprochen günstig und deutlich unter dem Marktwert ist.“ Mit „Gestehungskosten“ sind Herstellungskosten gemeint, also Kosten die anfallen, um eine Kilowattstunde Strom zu erzeugen. Ein weiterer Vorteil aus Sicht des Kantons: Im Falle einer Neukonzessionierung sei mit keinen zusätzlichen nennenswerten umweltrechtlichen Auflagen zu rechnen. „Der Betrieb kann im Wesentlichen mit den bestehenden Anlagen und der bisherigen Produktion weitergeführt werden. Auch können die Anlagen durchgehend mit Volllast betrieben werden.“

Die Fortführung des Wasserkraftwerkes in kantonaler Eigenregie entspricht der schweizerischen „Energiestrategie 2050“ des Bundes: „Potenziale, die regional vorhanden sind, sollen demzufolge genutzt werden, sofern dies auf nachhaltige Art und Weise möglich ist.“

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