Nach dem Fund eines Autowracks im Rhein, in dessen Innenraum sich ein Leichnam befunden hat, ist nun die Identität des Verstorbenen geklärt. Es handelt sich um einen Taxifahrer, der mit seinem Fahrzeug vor gut acht Jahren spurlos verschwunden ist. Das geben Polizeidirektion Waldshut-Tiengen und die Staatsanwaltschaft Waldshut in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt.

Nach Informationen unserer Zeitung hatte der Mann zuletzt in Bad Säckingen gelebt und war bei einem Taxiunternehmen in einer Nachbarkommune beschäftigt, als er am 17. Mai 2013 samt Fahrzeug verschwand. Das Unternehmen hat inzwischen seinen Betrieb einstellen müssen, wie ein Branchen-Insider, der namentlich nicht genannt werden möchte, unserer Zeitung erklärt.

Seit Mai 2013 kein Lebenszeichen

Die Suche nach dem 1962 geborenen Vermissten habe sich damals schwierig gestaltet, wie Polizeisprecher Mathias Albicker im Gespräch mit unserer Zeitung darstellt. Die Ermittlungen hätten zu „keinerlei Hinweisen auf die Motivlage seines Verschwindens noch auf mögliche Hinwendungsorte geführt“, heißt es in der Mitteilung Ermittlungsbehörden: „Der Mann war schlicht und ergreifend über Nacht weg. Die technischen Möglichkeiten gaben damals eine genauere Standortbestimmung nicht her.“ Denn das Fahrzeug sei nicht mit GPS ausgestattet gewesen. Und eine Ortung per Mobiltelefon war laut Albicker ebenfalls nicht möglich, weil der Verschwundene dieses nicht bei sich getragen hatte.

Auf eine Öffentlichkeitsfahndung hatte die Polizei damals verzichtet: „Es waren gewisse rechtliche Voraussetzungen nicht gegeben“, so Albicker vielsagend, wobei er Details nicht näher erläutern möchte. Allerdings seien sowohl Person als auch Fahrzeug europaweit zur Fahndung ausgeschrieben worden – ohne den geringsten Erfolg, so Albicker: „Seit dem Verschwinden gab es von dem Mann keine Lebenszeichen mehr.“

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Viele Aspekte des Falls sind noch unklar

Und noch immer seien viele Aspekte des Falls unklar und Gegenstand weiterer Ermittlungen, wie Albicker schildert. Nicht einmal zu Todeszeitpunkt, Todesursache oder der genauen Liegezeit des Mannes lassen sich nach der abgeschlossenen Obduktion eindeutige Aussagen treffen: „Weder die Untersuchungen der Gerichtsmedizin noch die aktuellen Ermittlungen ergaben bislang Anhaltspunkte auf einen Unglücksfall oder auf Fremdeinwirkung“, so Albicker. Es könne aber davon ausgegangen werden, dass das Fahrzeug mit dem Mann im Innern schon jahrelang im Rhein gelegen haben muss.

Warum das Auto bis zum zufälligen Auffinden bei einem Sonargeräte-Test der Feuerwehr vor etwa sechs Wochen so lange unentdeckt geblieben ist, obwohl es sich unweit der Kraftwerksstaumauer befunden hat, ist derzeit noch ebenso unklar wie die Frage, wo genau das Fahrzeug ins Wasser gerollt sei. Dass es beim Feuerwehrgerätehaus Obersäckingen ins Wasser gerollt ist, sei durchaus nicht unwahrscheinlich, so Albicker. Dort gibt es nämlich eine Zufahrt, über die die Feuerwehr auch ihr Einsatzboot zu Wasser lässt.

Ziel der weiteren Ermittlungen sei es auf jeden Fall, weiteres Licht ins Dunkel zu bringen, versichert Albicker: „Es geht um eine erneute genaue Aufarbeitung der Gesamtumstände, des Lebensumfeldes und der möglichen Hintergründe für das Verschwinden.“

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