„Jetzt ist Erfindergeist gefragt“, sagt Frieder Ganzmann überzeugt. Als sich die Corona-Krise verschärfte, beobachtete er den unausweichlichen engen Kontakt der Kunden mit den Personen im Verkauf. Kurze Zeit später kam dem Chef des Unternehmens Metallbau Ganzmann eine Idee: Er wollte eine zwei Meter lange Sicherheitsübergabestation für Verkaufsbetriebe bauen. In Zusammenarbeit mit Michael Kaiser (Elektro Kaiser) wurde die Idee bald greifbar.

Am Anfang stand die Idee, am Ende die Erfindung, die aus der aktuellen Situation heraus geboren wurde. „Die Idee hat sich wegen der Krise entwickelt, denn mir war klar, wir müssen den Einkauf sicherer machen“, sagt Frieder Ganzmann, der Vater der Konstruktion. Er überlegte: Einkaufen, ohne den Sicherheitsabstand einzuhalten, dürfe nicht sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Vorhandene Produkte seien aber nicht mehr zeitgemäß, selbst bei Grippewellen nicht, lautete seine Analyse. Ganzmann wollte sich damit nicht zufriedengeben, denn Abstand bedeute Sicherheit und Gesundheit für Verkäufer und Kunde. „Jeder soll geschützt sein, darum müssen wir darauf achten, dass der Abstand von mindestens 1,50 Meter gegeben ist“, lautete also die Vorgabe für eine Entwicklung.

Erstes Band ist bereits im Einsatz

Doch was ist möglich, was könnte in kurzer Zeit gelingen? Mit großem Tatendrang fand Frieder Ganzmann auf die Fragen die richtigen Antworten: Mittlerweile ist die erste Sicherheitsübergabestation mit Annahme und Übergabeeinheit betriebsbereit – zwischen Entwurf und Fertigung lagen gerade mal vier Wochen. Dieses Laufband für Sicherheitsabstand und mit einer Auffangwanne sei die erste in ihrer Art, sagt der Tüftler stolz. Seine Konstruktion erfülle den Wunsch der Menschen nach Sicherheit.

Das könnte Sie auch interessieren

Für die Mechanik ist Frieder Ganzmann zuständig, als Spezialisten für die Steuerung holte er Michael Kaiser ins Boot, womit die Voraussetzungen für die Umsetzung des Plans gegeben waren. Das Metallfachteam in seinem Unternehmen stellte daraufhin alle nötigen Bestandteile in der Werkstatt her und setzte das Gerät zusammen. Selbstverständlich kommt Edelstahl zum Einsatz, da die Maschine für den Einsatz mit Nahrungsmitteln gedacht ist.

Dabei halfen dem Konstrukteur und seinem Team die langjährigen Erfahrungen im Umgang mit den verschiedenen Werkstoffen. Der von Michael Kaiser beigesteuerte Elektroantrieb hat eine Leistung von 60 Watt. Die Drehrichtung kann geändert werden und die Förderbandgeschwindigkeit stufenlos reguliert werden, verrät der Elektrofachmann.

Das könnte Sie auch interessieren

Mittlerweile ist das Stück im Schmidts Markt in Häusern an der Brottheke im Einsatz. In vielen Geschäften sieht Frieder Ganzmann Einsatzmöglichkeiten für seine Entwicklung, die natürlich auch den Unfallverhütungsvorschriften (Notausschalter und Einklemmschutz) genügt.

Die Gedanken gehen noch weiter: Das Team arbeite mit Hochdruck an einer vollautomatischen Version mit Lichtschranken, bei der die Ware kontaktlos zum Kunden gelangt und das Geld ebenfalls vollautomatisch zurück zur Verkäuferin gelangt. Die Station könne den Begebenheiten entsprechend programmiert werden, sagt Ganzmann.

Das sagen Verkäufer und Kunden

Die Übergabestation werde gut angenommen, sagt der Konstrukteur. Das kann auch Melanie Schäuble von der Schmidts-Markt-Filiale in Häusern bestätigen. „Die Kunden bestellen wie vorher, die Dame vom Verkauf gibt die Ware anschließend auf das Band und lässt sie nach vorne fahren“, berichtet sie. Dem Prototyp sollen weitere Exemplare folgen, sagt Ganzmann, mehrere Sicherheitsübergabestationen seien bereits in Arbeit.

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.