Mit einem Umsatz von über 210 Millionen Euro im Jahr 2019 verpasste die Sedus-StollGruppe- mit Sitz in Dogern den Rekordwert des Jahres 2018 (212,3 Millionen Euro) knapp. Damit lag der Büromöbelhersteller mit den Marken Sedus und Klöber zum zweiten Mal deutlich über der 200 Millionen-Marke. Doch wegen der Corona-Krise seien die Aufträge im April und Mai dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr bereits eingebrochen, weshalb die angestrebten Jahresziele für das laufende Geschäftsjahr bereits deutlich verfehlt sind. Sedus schließt deshalb auch einen Jahresverlust nicht aus. „Eine seriöse Jahresprognose ist bei den sich ständig ändernden Rahmenbedingungen zurzeit nicht möglich“, heißt es in einer Pressemitteilung des Büromöbelherstellers. Trotz Krise sieht sich die Sedus Stoll Gruppe im Umgang mit der Krise gut gerüstet, doch geht der Vorstand der Sedus Stoll AG davon aus, dass die Auswirkungen der Pandemie das Krisenjahr 2009 noch übertreffen können.

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Sedus setzt in Corona-Krise auf Home-Office-Einrichtungen

Rückläufig seien die Aufträge bei Sedus vor allem im Kundensegment Industrie. Im Dienstleistungssegment, besonders bei den Versicherungen, sei der Rückgang moderat.
Um weiter erfolgreich am Markt bestehen zu können, wurden bei Sedus und Klöber Online-Kampagnen initiiert, um Einrichtungen für das Home-Office zu
bewerben. „Zur Bereitstellung entsprechender Angebote wurde ein Schnelllieferprogramm definiert und vorproduziert, dass über die eigenen Online-Shops und die der Fachhandelspartner vermarktet wird“, informiert Sedus. Ebenso seien Aerosolschutzwände (Trennwände) entwickelt worden, die den Infektionsschutz am Büroarbeitsplatz deutlich verbessern sollen und ohne großen Montageaufwand in bestehende Einrichtungen integriert werden können.

Seit den 90er Jahren ist das buntgekachelte Hochregallager Blickfang an der Ortsausfahrt Dogern. Dahinter befinden sich die Produktionshallen sowie das neue Smart Office. Bild: Peter Rosa
Seit den 90er Jahren ist das buntgekachelte Hochregallager Blickfang an der Ortsausfahrt Dogern. Dahinter befinden sich die Produktionshallen sowie das neue Smart Office. Bild: Peter Rosa | Bild: Peter Rosa

Durch die Strategie „Made in Germany“ ist die Sedus-Stoll-Gruppe nicht nennenswert von Engpässen auf der Zuliefererseite betroffen, aber, bedingt durch wochenlange Schließungen ganzer Produktionsbereiche, dennoch eingeschränkt.

Vergangenes Geschäftsjahr lief gut

Obwohl das vergangene Geschäftsjahr laut Sedus sehr gut lief, gab es aufgrund von Handelskonflikten mit den USA und China und dem Brexit einen generellen Rückgang des Wachstums der Weltwirtschaft von 3,6 auf 2,9 Prozent. Im Vergleich zu dem vom Industrieverband Büro und Arbeitswelt ausgewiesenen Rückgang des Gesamt-Marktvolumens für Büromöbel von -1,9 Prozent konnte sich die Sedus-Stoll-Gruppe mit einem Minus im Auftragseingang von -1,5 Prozent leicht besser behaupten und damit, wenn auch geringfügige, Marktanteile hinzugewinnen.

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Der höchste Umsatz mit 99,2 Millionen Euro (2018: 100,5 Millionen Euro) wurde bei Sedus im Produktbereich Sedus Seating (Bürositz-, Kommunikations- und Objektmöbel) generiert, im Produktbereich Sedus Systems (Büromöbel, Schreibtisch und
Schranksysteme) waren es 84,5 Millionen Euro (85,9 Millionen Euro). Der Auftragseingangswert in Höhe von 80,9 Millionen Euro für den gesamten Exportbereich lag bei Sedus fünf Millionen Euro unter Vorjahr, wodurch sich die Exportq

uote leicht um -1,7 Prozent auf 44 Prozent verringerte. Klöber (Bürositzmöbel, Konferenz- und Loungemöbel) konnte trotz der rückläufigen Entwicklung im Bürositzmöbelmarkt seinen Auftragseingang mit einem leichten Anstieg von 0,2 Prozent auf dem Vorjahresniveau von 20,5 Millionen Euro halten. Ebenfalls auf Vorjahresniveau lag der Klöber-Exportanteil mit 27,7 Prozent.

Investitionen in Millionenhöhe

Sedus-Vorstandssprecher Holger Jahnke inmitten des neuen Smart Office am Firmenhauptsitz in Dogern.
Sedus-Vorstandssprecher Holger Jahnke inmitten des neuen Smart Office am Firmenhauptsitz in Dogern.

Die Investitionen der Sedus-Stoll-Gruppe in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände betrugen im Geschäftsjahr 2019 13,8 Millionen Euro und lagen damit leicht unter dem Vorjahreswert von 15,8 Millionen Euro. Bei der Sedus Stoll AG wurden Gesamtinvestitionen in Höhe von 9,9 Millionen Euro getätigt. Die Schwerpunkte waren, wie im Vorjahr, verschiedene Erweiterungsbauten am Firmensitz in Dogern, wo im April 2019 auch das neue Sedus Smart Office bezogen werden konnte.
Bei der Sedus Systems GmbH am Standort in Geseke (Ostwestfalen) wurden Investitionen in Höhe von 3,2 Millionen Euro getätigt. Schwerpunkt waren diverse Baumaßnahmen, von denen 1,8 Millionen Euro zur Aufstockung der dritten Etage des
Verwaltungsbaus verwendet wurden.


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