Vor 25 Jahren

Waldshut – Das 18. Stadtfest „Hallo Nachbar“ am 17./18. Juni 1995 wurde in Verbindung mit dem vorläufigen Ende der Altstadtsanierung gefeiert. Eine fast 20-jährige Epoche stetiger Veränderungen war damit abgeschlossen, die Zeit der großen Baustellen und Umleitungen erst einmal vorbei. Schlusspunkt war das Geschäftshaus am Viehmarktplatz, unter dem eine Tiefgarage mit 600 Plätzen entstand. 1976 war Waldshut in das staatliche Förderprogramm für Altstadtsanierungen aufgenommen worden, wonach sich das Bild der Stadt beträchtlich wandelte: Bau der B 500-Brücke mit Verlegung der B 34 vor dem Unteren Tor, Abriss der alten Gebäude an der Eisenbahnstraße und Ersatz durch die Fassade der neuen Wallgrabenstraße sowie Sanierung der Häuser der Wallstraße. Kernstück war die radikale Umgestaltung der Kaiserstraße zur Fußgängerzone. Die daraus ausgesperrten Autos fanden Platz im neuen Parkhaus beim Kornhausplatz. Unzählige Entscheidungen im Gemeinderat wurden vorbereitet und geleitet von dem Mann, der bis 1991 Oberbürgermeister war: Franz-Joseph Dresen. Die Altstadtsanierung ist das große Werk seiner Amtszeit.

Jestetten – Es war ein bemerkenswertes Spektakel, als die 140 Fahrer der 59. Tour de Suisse von Lenzburg nach Wil (192,7 km) am 18. Juni 1995 durch Jestetten rauschten. Ruck zuck ging das, denn das Fahrerfeld lag dicht beieinander. Sieben Fahrer hatten bei der Durchfahrt durch Jestetten kurz nach 13:30 Uhr einen minimalen Sekundenvorsprung, das Hauptfeld jedoch fuhr mit 40 Sachen im Pulk an den Zuschauern vorbei. Ein Pole holte sich vor einem Italiener den Sieg dieser Etappe, auf Platz drei kam Jan Ulrich, der 1997 als erster Deutscher die Tour de France gewann. Der Abstecher des Rennens durch Jestetten erinnerte daran, dass zwei Radsportler aus Jestetten früher an der Tour eilgenommen hatten: Karl Altenburger gewann in den 1930er Jahren eine Etappe und Albert Fritz konnte in den 1970er Jahren gar drei Etappensiege der Tour de Suisse für sich verbuchen.

Vor 50 Jahren

Obereggingen – Bei einem schweren Gewitter am frühen Abend des 22. Juni 1970 schlug ein Blitz in den Kuhstall von Landwirt Meinrad Tröndle. Getroffen und auf der Stelle getötet wurden drei Kühe, eine Bulle und ein Rind. Vom gesamten Viehbestand blieben nur zwei Kälber übrig. Zu einem Brand kam es glücklicherweise nicht. Feuerwehr und Nachbarn halfen dem Landwirt beim Wegschaffen der toten Tiere.

Vor 70 Jahren

Erzingen – Neben den von der Firma Stehli für ihre Beschäftigten errichteten insgesamt 24 Neubauwohnungen, die teilweise bereits fertiggestellt waren, plante die Firma auch den Bau eines werkseigenen neuen Kinderhorts. Der Seniorchef der Firma, der 85-jährige „Papa Stehli“, wie er von seinen älteren Arbeitern genannt wurde, reiste von Zürich nach Erzingen, um Ende 1950 den ersten Spatenstich für den Kinderhort zu vollziehen. Die Kinder des bisherigen Kinderhorts hießen den Seniorchef mit Liedern willkommen. Bürgermeister Stoll dankte der Firma für ihr zur Entlastung des angespannten Wohnungsmarktes beitragendes Wohnbauprogramm.

Vor 100 Jahren

Jestetten – Der erst kürzlich gegründete Fußballclub Jestetten veranstaltete im Juni 1920 sein erstes Wettspiel gegen den FC Neuhausen I. „Das kühne Wagnis“, so die Alb-Bote-Notiz, endete mit einem vollen Erfolg der Jestetter Mannschaft, die einen 2:0-Sieg feiern konnte. Hervorgehoben wurde die „gute Verteidigung der Jestetter Elf, gegen die das anerkennenswert gute Zusammenspiel der Gegner nichts auszurichten vermochte“. Die Notiz endete mit dem Satz: „Dem jungen Jestetter Verein ein kräftiges hipp, hipp, hurra!“ (hff)