In der Auferstehungskirche in Grafenhausen wurde Rotraut Neubauer in ihren Auftrag als Prädikantin im Kirchenbezirk Hochrhein eingeführt. Neubauer erhielt ihre Ausbildung zur Prädikantin bereits vor Jahren in Fortbildungszentrum in der Goethestraße in Freiburg. Sie wirkte einige Jahre als Prädikantin im Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald, bis sie beruflich bedingt in den Bereich der württembergischen Landeskirche umzog.

Die 46-jährige Pädagogin ist nun seit zwei Jahren Rektorin an der Schlüchttal-Schule. Nach der Einarbeitung in diese anspruchsvolle Aufgabe wollte sie wieder regelmäßig Gottesdienste halten. So wurde sie im Gottesdienst am vergangenen Samstag von der Dekanin des Kirchenbezirks nach Entscheid der zuständigen Gremien in den Dienst als Prädikantin berufen. Den Gottesdienst gestaltete als Liturgie der Beauftragte für den Prädikantendienst im Kirchenbezirk, Pfarrer Mathias Geib zusammen mit Dekanin Vogel. Es durfte nicht gesungen werden, trotzdem war die musikalische Gestaltung durch Bezirkskantor Matthias Flierl gelungen. Statt der Gemeinde sang zum Klang der Orgel der Konzert- und Opernbariton Gerhard Nennemann.

In ihrer Predigt ging Vogel auf die Aufgabe der Prädikantin ein. Weder Pfarrer noch Prädikantinnen könnten „Kirche machen“, das liege allein in der Macht vom Herrn der Kirche, Jesus Christus. Gerade wenn man spüre, dass die eigenen Kräfte sehr endlich seien, können man sich darauf verlassen, dass Gott auch mit unvollkommenem „Bodenpersonal“ seine Kirche bauen könne. Dazu passte perfekt das bekannte „Vertraut den neuen Wegen“, gesungen und von der Orgel begleitet. Ein Apéro zur Einführung ist derzeit nicht zulässig, vom Kirchengemeinderat wurde sie mit einer Wundertüte von Schönem und Angenehmem beschenkt.

Aufgrund des bisherigen Engagements von Frau Neubauer in der Kirchengemeinde freue man sich sehr über ihre Berufung. Für Frau Neubauer ist der Prädikantendienst wie eine Berufung. Sich für ihren Glauben zu engagieren ist ein wichtiger Teil ihres Lebens. Sich nun wieder berufen zu lassen empfindet sie als Konsequenz eines gefühlten Auftrags. Angesprochen auf die zusätzliche Aufgabe zur Belastung im Beruf antwortete sie mit der Gewissheit: „Wem Gott ein Amt gibt, dem hilft er auch tragen.“