Das baden-württembergische Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat mit einer Allgemeinverfügung die Radonvorsorgegebiete in Baden-Württemberg ausgewiesen. Unter den 29 südbadischen Gemeinden mit einer erhöhten natürlichen Radonbelastung befinden sich auch Gemeinden im Kreis Waldshut. Arbeitgeber in den Gebieten sind verpflichtet, an Arbeitsplätzen im Erd- und Kellergeschoss Radon zu messen und gegebenenfalls bei erhöhten Werten Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Bei neuen Gebäuden muss von vornherein ein besserer Schutz eingeplant werden.

Die Festlegung tritt am 15. Juni in Kraft. „Damit kommt das Ministerium einer gesetzlichen Pflicht aus dem Strahlenschutzgesetz nach“, sagte am Freitag Umweltministerin Thekla Walker. Danach seien die Länder verpflichtet, Gebiete zu ermitteln und zu bestimmen, in denen in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden mit einer Überschreitung des gesetzlichen Referenzwertes für das radioaktive Gas Radon zu rechnen ist.

In den Vorsorgegebieten sind nicht alle Radonwerte zu hoch

Die Ausweisung beruht auf einer Vorhersage des Bundesamtes für Strahlenschutz und einer zusätzlichen Betrachtung der geologischen Karte für Uran in Gesteinen, aus denen das Radon stammt.

„Die Festlegung bedeutet keinesfalls, dass der Radonwert in jedem Gebäude der Gemeinden zu hoch ist, sondern nur, dass die geschätzte Wahrscheinlichkeit dafür ungefähr dreimal höher ist, als im bundesweiten Durchschnitt“, erläuterte Walker. „Wir alle müssen deshalb dort stärker hinschauen, um für die Bürgerinnen und Bürger das Risiko vor Radon zu minimieren.“

Das Umweltministerium hatte zwischen dem 16. Dezember 2020 und dem 16. Februar 2021 allen Bürgern und Organisationen die Gelegenheit gegeben, zu den Gebieten Stellung zu nehmen. Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist zwar gesetzlich nicht vorgeschrieben. Das Umweltministerium hat dennoch alle Interessierten angehört, um sein Vorgehen einer breiten Öffentlichkeit darzustellen und die Bedenken und Fragen der Betroffenen erfahren und beantworten zu können. „Uns ist das Thema Radon sehr wichtig“, betonte Ministerin Walker, „wir wollen die Menschen im Land über das Risiko aufklären und darüber, wie man sich am besten davor schützen kann.“

Online-Veranstaltungen im Juni

Um die Bevölkerung besser über die gesundheitlichen Folgen durch Radon aufzuklären, hat das Umweltministerium 2019 die Informationskampagne „Von Grund auf sicher – Radonsicher leben“ gestartet und bei der Landesanstalt für Umwelt die Radonberatungsstelle Baden-Württemberg eingerichtet. Sie bietet Ratsuchenden eine „Hilfe zur Selbsthilfe“ und vermittelt grundlegende Informationen zu Radon.

Wer mehr über das Thema Radon und die Bedeutung der Festlegung für sich erfahren möchte, kann an Online-Veranstaltungen teilnehmen, die die Radonberatungsstelle der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) am 9. und am 14. Juni jeweils um 18 Uhr und am 10. und am 15. Juni jeweils um 19 Uhr im Internet anbietet (www.radon-lubw.de). Die Veranstaltungen gehören zu einer Reihe von Angeboten, die das Umweltministerium den Bürgern im Rahmen der Informationskampagne „Von Grund auf sicher“ bietet.