„Europäischer Kulturweg„ lautet der beeindruckende Titel, den die Via Habsburg im Jahre 2014 vom Europarat verliehen bekommen hat. Über zwei Jahre wandelten Autor Hubert Matt-Willmatt und der Fotograf Heinz Linke „Auf den Spuren einer europäischen Dynastie“. So lautet der Untertitel des nun erschienenen Buches zur Via Habsburg, das jüngst im Fricktalmuseum in Rheinfelden vorgestellt worden ist.

1992 haben sich 70 Städte und Ortschaften im Verein „Auf den Spuren der Habsburger“ zusammengeschlossen, um das noch sichtbare Erbe der 800 Jahre währenden Herrschaft der Dynastie zu pflegen, zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Matt-Willmatt und Linke verbrachten zwei Jahre auf dem langen Weg zwischen dem französischen Nancy und Wiener Neustadt in Niederösterreich.

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Es ist keineswegs ein Zufall, dass sie nun in dem von 1330 bis 1797 zum „Habsburgerreich“ gehörenden Rheinfelden Station machten, um ihr Buch dem interessierten Publikum zu präsentieren.

Hubert Matt-Willmatt (links) und Heinz Linke widmeten sich dem Wirken der Habsburger in verschiedenen Regionen Europas. Über zwei Jahre wandelten die „Auf den Spuren einer europäischen Dynastie“.
Hubert Matt-Willmatt (links) und Heinz Linke widmeten sich dem Wirken der Habsburger in verschiedenen Regionen Europas. Über zwei Jahre wandelten die „Auf den Spuren einer europäischen Dynastie“. | Bild: Hrvoje Miloslavic

Entstanden ist aus der anfangs als Blogger-Tour geplanten Reise ein reich bebildertes Buch, das 48 Städte und Ortschaften in Frankreich, der Schweiz, Deutschland und Österreich beleuchtet. Anhand von mehr oder weniger noch sichtbaren Wahrzeichen wie Burgen, Kirchen, Schlösser, Klöster, Abteien und Kunstobjekten untersuchen die Autoren Geschichte, Präsenz sowie das kulturelle und politische Wirken der Habsburger-Dynastie in unterschiedlichen europäischen Ländern und Regionen.

Geschichtsbuch mit Reisetipps

Entstanden ist dabei zweierlei: ein Geschichtsbuch und ein kulturhistorischer Reiseführer. Sehr bewusst werden dabei fundierte und seriöse wissenschaftliche Erläuterungen mit praktischen Reisetipps verknüpft. Keineswegs sei es ihnen darum gegangen, für die Staatsform der Monarchie zu werben, scherzte Hubert Matt-Willmatt an der Präsentation. Zu bedenken sei jedoch, dass es um eine geschichtliche Epoche gehe, die vor der Bildung der europäischen Nationalstaaten liege. Die Pflege dieses Erbes könne damit als eine „gemeinsame Geschichte“ begriffen werden, so Matt-Willmatt, die auch der „Förderung der europäischen Kooperation und Partnerschaft“ diene.

Für die Schweiz sind in dem Buch die Stationen Basel, Frick, Windisch/Königsfelden, Habsburg, Rheinfelden, Bad Schinznach, Birr-Muri, Brugg und Laufenburg berücksichtigt worden. Einleitend stellt der Autor fest: „Gewagt könnte man behaupten, ohne die Habsburger gäbe es die Eidgenossenschaft (…) gar nicht.“ Richtig an der Behauptung ist zweifellos, dass die Schweizer Staatsbildung gerade in der Auseinandersetzung mit den Habsburgern begriffen werden muss.

Habsburger und Eidgenossen

Rheinfelden selbst kam als Erbmasse des 1218 ausgestorbenen Adelsgeschlechts der Zähringer über Umwege in den Besitz der Habsburger. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts avancierte die befestigte Stadt am Hochrhein zur vorderösterreichischen Garnisonsstadt. Das Verhältnis der Habsburger zu den Eidgenossen war oftmals angespannt, wie Matt-Willmatt erläuterte. Die Verpflichtung zur Heerfolge brachte die Rheinfelder in Konflikt mit den Eid­genossen. Wesentlich besser gestaltete sich das Verhältnis während des Dreißigjährigen Krieges, als die Eidgenossen im Jahr 1638 dem durch schwedische Truppen belagert Rheinfelden zu Hilfe kamen.

Einen Ausblick konnte Hubert Matt-Willmatt auch bereits geben: Geplant ist ein zweiter Band, in dem Präsenz, Herrschaft und Besitzungen der Habsburger im südosteuro­päischen Raum, namentlich in Ungarn, Rumänien und Serbien, untersucht werden sollen. Das Buch „Via Habsburg“ ist im österreichischen Tyrolia-Verlag erschienen.

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