Vor wenigen Monaten hat sich ein Verein gegründet, um das Vorhaben professionell umzusetzen. Derzeit laufen die Vorbereitungen, die laut Lukas Höcker, Vorsitzender von Hochrhein-Trails, nicht nur Geld kosten, sondern auch jede Menge Gutachten erfordern. Geplant sei laut Ralph Albrecht, Leiter des Ordnungsamts der Stadt Waldshut-Tiengen, dass das Projekt in einer Juni-Sitzung dem Gemeinderat vorgestellt werden soll. Laut Albrecht und Höcker gibt es bisher ein Anwohner-Ehepaar, das Bedenken hinsichtlich Umweltschutz und möglicher Lärmbelästigungen geäußert habe.

Verein mit 50 Mitgliedern

Die Natur liege dem Verein, der mittlerweile etwa 50 Mitglieder hat, am Herzen. Deshalb sei ein „objektives Naturschutzgutachten“ in Auftrag gegeben worden, wie der 25-jährige Lukas Höcker sagt. Der Verein habe bei Umsetzung des Projektes auch die Pflicht, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. „Dazu bedarf es eines Konzepts, das wir einbringen“, sagt Höcker. Beispielsweise müssten Fußgänger und Radfahrer an Gefahrenstellen gewarnt, entsprechende Schilder angebracht werden. Auch eine Versicherung müsse abgeschlossen werden. Höcker: „Zudem stehen wir im Austausch mit der Gemeinde bezüglich der Parksituation und der möglichen Lärmbelästigung.“

Bislang nur inoffizielle Trails

Die Strecke auf dem Aarberg, die durch städtischen Wald führen soll, sei bereits als inoffizielle Strecke für Mountainbiker genutzt worden, bis die Stadt vor einiger Zeit den Weg gesperrt hat. „In Waldshut-Tiengen gibt es nur in Homburg einen offiziellen Trail. Dieser wurde aber nur zu Trainingszwecken für den Velo und Bike Club konzipiert und eignet sich nicht für abfahrtsorientierten Breitensport Enduro“, informiert Höcker, der seit 15 Jahren Mountainbike fährt. „Es gibt viele inoffizielle Trails, aber wir wollen die Legalisierung der Strecken aktiv und professioneller vorantreiben“, definiert Höcker, der aus Waldshut-Tiengen stammt und mittlerweile in Murg lebt, die Ziele seines Vereins. Die Vereinsgründung sei ein Anfang gewesen.

Nur Stadtwald betroffen

Kontakt mit der Stadt Waldshut-Tiengen wurde bereits aufgenommen. Der Aarberg-Trail soll das erste Projekt sein, das realisiert werden könnte. Der Vorteil bei der Planung ist, dass die Strecke ausschließlich durch städtischen Wald führt. Es müssen also keine Interessen oder Forderungen privater Waldbesitzer berücksichtigt werden.

Ortstermin mit Förster

Zunächst wird es laut Ordnungsamtsleiter Albrecht einen Vor-Ort-Termin geben, an dem unter anderem der Forst teilnehmen wird. „Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, kommt das Thema in den Gemeinderat, wo darüber diskutiert und letztendlich abgestimmt werden soll.“ Auch habe der Verein eine Flyer-Aktion im Vorfeld gestartet, um ein Stimmungsbild einzufangen. „Darauf gab es nur eine negative Reaktion von einem Paar, das dort wohnt“, informiert Albrecht, der das Engagement und die Professionalität des Vereins hervorhebt. Ralph Albrecht erklärt weiter: „Der Verein verdient eine Chance, auch wenn wir im Moment das Vorhaben abklären müssen und bisher von Seiten der Stadt dazu noch keine Entscheidung treffen können. Stimmen die Voraussetzungen, entscheiden letztlich die Stadträte.“