Die Wildkatze galt in Baden-Württemberg lange als ausgestorben, bis im Jahr 2006 erste Hinweise auf die Rückkehr der Tiere auftauchten. Der Landkreis Lörrach hat nun gemeinsam mit der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg und örtlichen Jägern ermittelt, ob die Vierbeiner wirklich zurückgekehrt sind.

So konnten die Tiere nachgewiesen werden

In einer Pressemitteilung informieren die Beteiligten über die Ergebnisse und das Vorgehen. Die Bestände wurden demnach durch Fotofallen und sogenannte Lockstöcke ermittelt. Dabei handelt es sich um Holzpfähle, die mit Baldrian besprüht werden.

Die Wildkatzen werden vom Geruch angelockt und reiben sich an den Pfählen. Die Haare, die dabei zurückbleiben, wurden im Labor untersucht, um zweifelsfrei feststellen zu können, um welche Tiere es sich handelt.

Eine Wildkatze im Untersuchungsgebiet. Zu erkennen sind die Tiere unter anderem an ihren schwarz geringelten Schwanz.
Eine Wildkatze im Untersuchungsgebiet. Zu erkennen sind die Tiere unter anderem an ihren schwarz geringelten Schwanz. | Bild: Forstliche Versuchsanstalt Freiburg

Untersucht wurden die Gebiete Kaiserstuhl und Markgräflerland. Die vorläufigen Ergebnisse des sogenannten Monitorings, zeigen: Die Wildkatze kommt im Markgräflerland nahezu flächendeckend vor.

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In beiden Gebieten wurden an über der Hälfte der beim Monitoring eingesetzten Lockstöcke das Vorkommen der Tiere nachgewiesen werden. Als Grundvoraussetzung für die Rückkehr der Tiere in der Region sieht das Landratsamt Lörrach die guten Lebensbedingungen in den Wäldern des Landkreises.

Verwechslungsgefahr mit Hauskatzen

Tierfreunde haben zwar Grund zur Freude über die Rückkehr der Wildkatze, allerdings besteht Verwechslungsgefahr mit der getigerten Hauskatze. Laut Pressemitteilung des Landkreises Lörrach werden die wilden Tiere häufig für verwilderte Hauskatzen gehalten und zum Aufpäppeln mit nach Hause genommen. Sie sollten aber dringend im Wald gelassen werden.

Zum einen sind Wildkatzen streng geschützt, die Haltung erfordert eine behördliche Genehmigung. Noch wichtiger ist allerdings, dass die Wildkatzen, trotz ihrer Ähnlichkeit zur Hauskatze, nicht zahm werden und sich auch nicht an Menschen gewöhnen.

Gibt es die Wildkatzen auch im Landkreis Waldshut?

Dem Landratsamt Waldshut liegen laut aktuellem Kenntnisstand keine Nachweise über eine mögliche Population von Wildkatzen vor, so ein Sprecher. Eine ähnliche Kooperation wie die im Landkreis Lörrach existiert derzeit nicht.

Gerade junge Wildkatzen können leicht mit Hauskatzen verwechselt werden. Sie sollten aber keinesfalls mit nach Hause genommen werden.
Gerade junge Wildkatzen können leicht mit Hauskatzen verwechselt werden. Sie sollten aber keinesfalls mit nach Hause genommen werden. | Bild: Tierpark Lange Erlen

Sollten allerdings Nachweise für die Verbreitung von Wildkatzen im Landkreis festgestellt werden, wäre laut Sprecher ebenfalls eine Kooperation mit der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg die Folge.