In einem Geflügelbetrieb in Niederglatt, etwa 15 Kilometer nördlich von Zürich, ist die hochansteckende Newcastle-Krankheit nachgewiesen worden. Um eine Weiterverbreitung der Seuche zu verhindern, musste laut Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen der komplette Geflügelbestand gekeult werden.

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Was ist das für eine Krankheit?

Die durch ein Virus verursachte Krankheit kommt auch bei Wildvögeln vor, ist hochansteckend und wird über die Luft oder durch direkten Kontakt übertragen. Sie kann sich auch indirekt über Personen, Geflügelprodukte oder Eierkartons ausbreiten.

Von der Newcastle-Krankheit sind laut des Schweizer Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärmedizin vor allem Hühnervögel betroffen, aber auch Gänse, Enten, Tauben, Zier- und Wildvögel.

Impfpflicht in Deutschland

Gemäß Tierseuchenrecht sind Hühnerhalter (unabhängig der Bestandsgröße) dazu verpflichtet, ihre Hühner und Puten regelmäßig (fortlaufend alle sechs bis acht Wochen) gegen die Newcastle-Krankheit zu impfen, erläutert Tobias Herrmann, Sprecher des Landratsamts Waldshut, auf Nachfrage.

Wie reagieren die Schweizer Behörden?

Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, hat das Schweizer Veterinäramt eine Schutzzone (mit einem Radius von drei Kilometern um den Betrieb) und eine Überwachungszone (Radius zehn Kilometer) eingerichtet.

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Können sich auch Menschen infizieren?

Ja. Die Newcastle-Krankheit gilt als sogenannte Zoonose, das heißt, als Krankheit, die gleichermaßen bei Tieren und Menschen vorkommen und sowohl vom Tier auf den Menschen als auch vom Menschen auf Tiere übertragen werden können. Menschen stecken sich allerdings nur selten mit der Newcastle-Krankheit an. Falls doch, handelt es sich in den meisten Fällen um Geflügelhaltende, heißt es auf der Webseite des Schweizerischen Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen.

Deutsche und Schweizer Behörden im Austausch

Laut Auskunft der Medienstelle des Landratsamtes beobachten die Schweizer Behörden derzeit die Situation sehr genau. Die beiden Zonen – Schutzzone und Überwachungszone – liegen nur auf Schweizer Gebiet und reichen nicht in den Landkreis Waldshut hinein. Derzeit macht das Schweizer Veterinäramt eine Bestandsaufnahme in diesen Gebieten, um das genauere Infektionsgeschehen näher einordnen zu können.

Sollten sich Anzeichen einer weiteren Ausbreitung der Krankheit am Hochrhein verdichten – wonach es derzeit nicht aussieht – würden die Behörden auf deutscher Seite aber umgehend von ihren Schweizer Kollegen informiert, erklärte der Mediensprecher des Landratsamtes Waldshut, Tobias Herrmann, auf Anfrage.