Ab Samstag, 9. Juli, kommen die Bahnreisenden im Jestetter Zipfel also doch noch in den Genuss des Neun-Euro-Tickets. Die Nachricht hat sich am Freitag, 1. Juli, schnell verbreitet. Lothar Probst, Geschäftsführer des Waldshuter Tarifverbunds (WTV), der CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner und Grünen-Abgeordnete im Landtag, Niklas Nüssle, sind froh und erleichtert, dass das Landesverkehrsministerium mit den Schweizer Partnern eine Einigung erzielt hat. Wie sie unabhängig voneinander dem SÜDKURIER sofort nach Bekanntwerden in E-Mails geschrieben haben.

Es hätte von Anfang auch im Jestetter Zipfel gelten sollen

„Es war eine Gemeinschaftsleistung. Jeder hat sich dort eingebracht, wo es notwendig und richtig war“, sagt Lothar Probst später im Telefonat mit dem SÜDKURIER. Er dankt den beiden Abgeordneten des Wahlkreises. Er habe sich gewünscht, dass das Ticket schon von Anfang an auch auf der Schweizer Bahnlinie im Jestetter Zipfel gegolten hätte. „Wie beim Baden-Württemberg-Ticket, was grundsätzlich logisch ist.“ Dennoch freue er sich für die Kunden in Jestetten und Lottstetten, dass sie nun für neun Euro ihre gewünschten Ziele erreichen könnten.

Ein guter Tag auch für die Mobilitätswende

Die Reaktion von Niklas Nüssle: „Heute ist ein guter Tag für den Jestetter Zipfel und die Mobilitätswende in der Region. Die Hängepartie hat ein Ende. Das Neun-Euro-Ticket wird für alle Bürgerinnen und Bürger aus Jestetten und Lottstetten ein großer Gewinn sein.“

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Er schreibt in seiner E-Mail: Viele Bürger hätten sich in den vergangenen Wochen bei ihm gemeldet und auf den Missstand hingewiesen. Er sei dankbar für die Mitteilungen und die Unterstützung aus der Region. „Ich bin froh, dass sich mein Einsatz in den vergangenen Wochen nun auszahlt.“ Das Ergebnis sei jedoch auch ein Verdienst des Verkehrsministeriums in Stuttgart, das sich in den Verhandlungen besonders für die Belange des Jestetter Zipfels eingesetzt habe.

Niklas Nüssle sieht ein großes Potenzial

Dass nun aber schon mehr als ein Monat seit der Einführung des Neun-Euro-Tickets vergangen ist, sieht Nüssle als einen Wermutstropfen. Er sieht aber für die Zeit nach dem 1. September großes Potenzial, auch für den Jestetter Zipfel. Nüssle: „Es ist schade, dass bereits die Hälfte des Gültigkeitszeitraums vergangen ist, dennoch ist die Entscheidung für die Region, gerade auch vor dem Hintergrund der Sommerferien sehr wichtig.“

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Nüssle blickt schon voraus: Für die Zeit nach dem 1. September fänden bereits auf allen Ebenen Gespräche statt, wie der Mobilitätswende weiter zum Erfolg verholfen werden könne. Vor allem den Grenzraum müsse man im Blick behalten.

Felix Schreiner: „Jetzt profitiert der gesamte Hochrhein“

Ähnlich äußert sich Felix Schreiner: „Das sind gute Nachrichten.“ Bereits Anfang Juni habe er gegenüber den beiden Verkehrsministern in Bund und Land gefordert, dass auch auf der Strecke Schaffhausen-Lottstetten das Neun-Euro-Ticket anerkannt würde. Schreiner: „Es war unbegreiflich, dass Lottstetten und Jestetten tariflich vollkommen abgehängt werden.“ Auch er habe sich die sofortige Anerkennung gewünscht.

„Endlich kann der gesamte Hochrhein vom Neun-Euro-Ticket profitieren“, schreibt Schreiner weiter. Er habe erheblich Druck aufgebaut. Es sei nicht hinnehmbar gewesen. „Wer 2,5 Milliarden Euro für ein Neun-Euro-Ticker ausgibt, muss auch allen Bürgerinnen und Bürgern eine Teilhabe ermöglichen“, betont der Bundestagsabgeordnete.

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