Nachdem ein Schulkind am Montagmorgen Opfer eines sexuellen Übergriffs in Klettgau-Grießen geworden sein soll, laufen die Ermittlungen bei der Polizei auf Hochtouren. Pressesprecher Mathias Albicker: „Es sind erste Hinweise bei uns eingegangen, denen wir jetzt nachgehen.“ Die Polizei organisiert zudem mit ihrem Präventionsteam einen Elterninformationsabend an der Grundschule in Grießen.

Carmen Schindler, Leiterin der Villa Camala in Grießen, Erzieherin und selbst Mutter, sagt: „Ich stehe selbst noch etwas unter Schock. Ich sag‘ das meinen Kindern immer und immer wieder, dass es Menschen mit diesen Absichten gibt und sie niemals darauf eingehen dürfen. Wir sprechen das präventiv zu Hause immer wieder an. Gleichzeitig lassen sich die Täter immer wieder die tollsten Storys einfallen. Mein Sohn wurde auch mal angesprochen – ein „Fremder“ wollte Tierbabys zeigen. Das gibt es immer wieder.“

Die Erzieherin betont: „Ich finde nichts schlimmer, als Kinder-Aussagen dieser Art nicht ernst zu nehmen. Manchmal hört man so Sprüche wie: ‚Kinder erzählen viel.‘ Da bin ich ganz anderer Meinung. Solche Aussagen machen die Kinder nicht einfach so. Da sollten Eltern immer ganz offene Ohren haben, es ernst nehmen und richtiges Verhalten mit den Kindern trainieren. Ich finde, in solchen Situationen sollte man nach dem Motto ‚gemeinsam sind wir stark‘ vorgehen, die Kinder nur in Gruppen (mindestens drei, besser vier Kinder) in die Schule schicken. In Gruppen passieren seltener solche Übergriffe. Und da sieht man mal wieder wie richtig präventive Projekte wie beispielsweise ‚echt stark‘ etc. an Schulen sind. Aber auch präventive Gespräche zu Hause sind sehr wichtig.“

Große Besorgnis herrscht auch in den sozialen Medien. Hunderte Male wurde die Nachricht über den sexuellen Übergriff mit Zeugenaufruf geteilt. Nutzer schreiben: „Diese Menschen sofort für immer einsperren, ohne wenn und aber.“ Oder: „Genau deshalb werden Kinder heutzutage mit dem Auto vor die Schule gefahren, nicht, wie manch Grüner sagen würde, aus Bequemlichkeit. Es ist Angst wegen genau so etwas.“ Ein anderer Nutzer schreibt: „Was für eine krass kranke Gesellschaft, in der wir leben. Bin so froh, dass meine Kinder schon so groß sind, und ich keine solchen Ängste mehr durchstehen muss, wenn sie mal allein unterwegs sind. Unsere armen Kinder, kann ich nur sagen. Darf gar nicht dran denken, da dreht es mir den Magen um.“

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Nach bisherigem Ermittlungsstand der Polizei wurde das Kind am 18. Oktober um circa 7.30 Uhr auf dem Weg zur Schule von einer unbekannten männlichen Person angesprochen. Der Mann habe dem Mädchen laut Polizeibericht erklärt, dass er von der Schule beauftragt sei, einen Covid-19-Test bei ihr durchzuführen. Daraufhin soll es zum sexuellen Übergriff gekommen sein.

Täterbeschreibung

Der Tatort befindet sich an einem nicht einsehbaren, von hohen Hecken gesäumten Fußweg zwischen einem Wohngebiet und der Grundschule Grießen. Der Tatverdächtige wird wie folgt beschrieben: circa 1,70 bis 1,80 Meter groß, etwa 50 Jahre alt, kurze braune Haare, blaue Jeans, kein Bart, keine Brille, sprach deutsch ohne erkennbaren Akzent.

Hinweise

Wer hat verdächtige Beobachtungen gemacht oder kann sonstige Hinweise zum Täter geben? Auch werden Eltern gebeten, mögliche Hinweise ihrer Kinder ernst zu nehmen und im Verdachtsfall Kontakt mit der Polizei aufzunehmen. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei rund um die Uhr entgegen (Telefon 07761/934-500).