Nach längerer Vakanz gibt es bei der KFD (Katholische Frauengemeinschaft Deutschland), im Dekanat Waldshut wieder eine Geistliche Leiterin. In einem Frauengottesdienst erhielt Monika Reuther in der Waldshuter Pfarrkirche von Jeremia Kraus (KFD-Diözesanverband Freiburg) ihre Beauftragungsurkunde, unterschrieben von Generalvikar Axel Mehlmann.

Dekanatsvorsitzende Birgit Widmer begrüßte die Frauen, die aus dem ganzen Dekanat nach Waldshut gekommen waren und betonte, dass dies für alle ein Tag großer Freude sei. Wie die KFD in einer Mitteilung schreibt, war es in der katholischen Kirche ein ungewohntes Bild: Drei Frauen, die gekleidet in liturgischen Gewändern am Altar standen.

Von links: Monika Reuther, Gabriele Trapp und Jeremia Kraus. An der Bassgeige Eva Nübel.
Von links: Monika Reuther, Gabriele Trapp und Jeremia Kraus. An der Bassgeige Eva Nübel. | Bild: Brigit Widmer

Gabriele Trapp, Referentin für Frauenpastoral an der Diözesanstelle Hochrhein, stand dem Wortgottesdienst vor. Die stellvertretende Dekanatsvorsitzende Susi Kaiser aus Herrischried hatte eine kleine Musikgruppe zusammengestellt, die den Gottesdienst musikalisch umrahmte, und Jeremia Kraus nahm in ihrer Predigt Bezug auf die Lesung aus dem Buch Amos.

Parallelen in heutige Zeit

Die dortigen Verheißungen seien auch heute noch aktuell. Der Wiederaufbau der Trümmer und der zerfallenen Hütten und das Neuanpflanzen von Feldern und Weinbergen aufgrund Zerstörung durch menschliches Versagen. Sofort kämen einem da die schrecklichen Bilder aus dem Ahrtal in den Sinn oder man denke an das zerstörte Vertrauen in die katholische Kirche durch die Missbrauchsfälle. Auch in den KFD-Pfarrgruppen in der Diözese Freiburg herrsche derzeit viel Unsicherheit wegen der Bundesverbands-Mitgliedschaft, die bis spätestens Herbst 2022 umgesetzt werden muss.

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„Warum finden Menschen den Mut, am Ort der Zerstörung wieder neu zu beginnen? Und warum bleiben Frauen in dieser Männerkirche und lassen sich als Geistliche Leiterin, in diese aufgewühlte KFD hinein, beauftragen?“, fragte Jeremia Kraus. Diejenigen, die sich dazu entscheiden, trotzdem zu bleiben, versuchten, durch ihren Glauben ihr Umfeld und ihr kirchliches Leben vor Ort neu oder mitzugestalten.

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Monika Reuther habe sich bewusst dafür entschieden, ihr Engagement in der Kirche um das Amt der Geistlichen Leiterin zu erweitern. Sie wolle sich in dieser Zeit mit all ihren Unsicherheiten und Zweifeln einbringen und den eigenen Glauben an Frauen weitergeben. Denn Frauen hätten eine andere Sicht auf Gottes Wirken und der Kirche sehr viel zu sagen, so Monika Reuther.