Der Verein „Lebenswerter Hochrhein„ wendet sich in einem offenen Brief an die Bürgermeister und Gemeinderäte des Landkreises Waldshut gegen den Ausbau des Mobilfunkstandards 5G (fünfte Generation) und der Installation von entsprechenden Funkmasten. Als Begründung schreibt Barbara Dohmen, die Vorsitzende des in Murg ansässigen Vereins: „Unser Anliegen ist es, Ihnen zu verdeutlichen, dass diese drahtlose Kommunikationsform über Funkmasten und WLAN mit erheblichen Gesundheitsgefahren – insbesondere für die heranwachsende Generation – und mit zunehmenden Umweltschäden erkauft wird.“

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Dohmen beobachtet im Zuge der Corona-Pandemie, dass Schulen und Wirtschaft eine zunehmende Abhängigkeit von einem funktionierenden Internet entwickelten. Der Verein wolle dabei einer fortschreitenden Digitalisierung nicht im Wege stehen, betont die Vorsitzende. Allerdings soll diese Entwicklung nach Ansicht des Vereins „Lebenswerter Hochrhein„ nicht funkbasiert vorangetrieben werden. Denn diese Kommunikation lasse sich genauso mit kabelgebundenem Internet-Anschluss und per Glasfaserkabel bewerkstelligen. In diesem Zusammenhang lobt Dohmen auch den Breitbandausbau im Landkreis. Deshalb fordere der Verein bereits seit Jahren den Ausbau eines solchen Glasfasernetzes im Landkreis.

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Die fünfte Generation der Mobilfunktechnologie (5G) werde derzeit angepriesen, ohne die nach Dohmens Ansicht gravierenden Folgen für Mensch und Natur zu berücksichtigen. Der Verein appelliert deshalb an Bürgermeister und Gemeinderäte im Landkreis, nicht weiter auf 5G-Netze, sondern auf kabelgebundene Breitbandnetze zu setzen. Diese könnten als Eigenwirtschaftsbetrieb zur Daseinsvorsorge in der Gemeinde betrieben werden. Ziel müsse es sein, eine mögliche Strahlenbelastung zu reduzieren.

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In diesem Zusammenhang fordert Dohmen die politischen Mandatsträger auf, die 5G-Technologie in den Gremien zu diskutieren. Denn die aus Dohmen Sicht gesundheitsschädigende Strahlung müsse verhindert werden. Gemeinden hätten laut Dohmen durchaus rechtliche Möglichkeiten, solche Einrichtungen auf ihrer Gemarkung abzulehnen. In dem offenen Brief ruft der Verein Bürgermeister und Gemeinderäte deshalb dazu auf, kein grünes Licht für solche Anlagen zu geben.

Digitalisierung und die gesellschaftlichen Folgen

Neben den unerforschten gesundheitlichen Auswirkungen sieht Barbara Dohmen auch gesellschaftliche Nachteile durch den weiteren Ausbau: So etwa die zunehmende Abhängigkeit von digitalen Technologien, Möglichkeiten der Überwachung, Automatisierung von Arbeit und damit Arbeitsplatzverluste, Manipulation der öffentlichen Meinung, Kontrollverlust des Menschen über die Technik. Hinzu komme außerdem ein Schaden für die Umwelt: Die Zunahme der IT-Technologie verstärke den Energie- und Ressourcenverbrauch um ein Vielfaches. Bis 2030 gehe man allein durch die zunehmende Digitalisierung von einem Anstieg des weltweiten Energieverbrauchs um 30 Prozent aus, so Dohmen.