Nach elf Jahren Stillstand ist der leicht verwilderte englische Garten rund um das Zurzacher Schloss nun aus seinem Dornröschenschlaf erwacht: Zwischen Büschen, Teichen und verschlungenen Wegen zeigen dort sieben Künstler aus der Schweiz und dem nahen Deutschland in einer eindrucksvollen Ausstellung 13 höchst unterschiedliche Werke.

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„Aufatmen im Park“ nennen sie diese neue Ausstellung. Und der beteiligte Bad Zurzacher Künstler und Feuerzauberer Santhori entzündete eigens zur Eröffnung eines seiner „Fantasie Magic Pictures“: Es qualmte, loderte auf und „überlebte“ schließlich doch fast unbeschadet.

Kreativ: Drei der sieben beteiligten Künstler (von links): Beyrouz Varghayian, Josef Briechle und Thomas Santhori. Rechts Kurator Peter Schütz.
Kreativ: Drei der sieben beteiligten Künstler (von links): Beyrouz Varghayian, Josef Briechle und Thomas Santhori. Rechts Kurator Peter Schütz. | Bild: Rosemarie Tillessen

Das imposante Schloss Bad Zurzach wurde im Jahr 1900 im Jugendstil als „Villa Himmelrych“ vom Industriellen Jakob Zuberbühler errichtet. Von 1978 bis 2009 fanden dort regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt. Dann fielen das Schloss und sein Park in besagten Dornröschenschlaf und zeigten bald Zeichen des Verfalls.

Farbenfroh: Drei bemalte Ahornskulpturen von Josef Briechle sind ebenfalls im Schlosspark zu sehen.
Farbenfroh: Drei bemalte Ahornskulpturen von Josef Briechle sind ebenfalls im Schlosspark zu sehen. | Bild: Rosemarie Tillessen

Als Pläne für den Abriss des Gebäudes und den Bau neuer Wohnblocks auftauchten, fassten Kulturinteressierte und vor allem gewichtige Sponsoren und Patronate einen Beschluss: Das Schlossareal sollte mit neuem Leben erfüllt werden.

„Aufatmen im Park“ ist ein erster Schritt zur Belebung. Er wurde jetzt bei der Ausstellungseröffnung unter großer Anteilnahme der Bevölkerung gefeiert – mit Jagdhornbläsern, Getränken und vielen Ansprachen: So dankte etwa die eigens angereiste Aargauer Großratspräsidentin Edith Saner im Namen der Kantonsregierung für so viel privates Engagement in einer für Künstler schwierigen Zeit.

Faszinierend: Eine Besucherin vor der Skulptur „Literatur Opfer“ von Kurt Metzler.
Faszinierend: Eine Besucherin vor der Skulptur „Literatur Opfer“ von Kurt Metzler. | Bild: Rosemarie Tillessen

Kurator Peter Schütz aus Görwihl stellte schließlich die beteiligten Bildhauer vor: Heinz Aeschlimann, Josef Briechle, Kurt Metzler, Santhori, Behrouz Varghaiyan, Gillian White und Beat Zoderer.

Geometrisch: Das Stahlobjekt „La famille“ von Gillian White.
Geometrisch: Das Stahlobjekt „La famille“ von Gillian White. | Bild: Rosemarie Tillessen

Doch da hatten sich die vielen Besucher längst verselbständigt und bestaunten die Kunstwerke im Park bei Spaziergängen: die wie Blumen eingefügten Holzskulpturen von Briechle, das spannende „Literatur Opfer“ aus Marmor und Bronze von Metzler, den gewichtigen „Ewigen Kubus“ von Varghaiyan, die wunderbar elegante „Symbiose“ aus Stahl von Aeschlimann und die frechen „Totenköpfe“ von Santhori.

Geschwungen: Die Stahlsplastik „Symbiose“ von Heinz Aeschlimann.
Geschwungen: Die Stahlsplastik „Symbiose“ von Heinz Aeschlimann. | Bild: Rosemarie Tillessen

Und vieles mehr. Und – unübersehbar – die monumentale „La Famille“ von der einzigen weiblichen Künstlerin Gillian White. Es gibt viel zu entdecken in dem wieder erwachten Park. Zum Aufatmen und zum Ausatmen.

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