Michael Engesser hat mit einer Mehrheit von knapp 70 Prozent der abgegebenen Stimmen die Wahl ums Bürgermeisteramt in Fröhnd gewonnen. Auf Platz zwei kam Amtsinhaberin Tanja Steinebrunner mit 25,5 Prozent. Roland Matzker erhielt knapp drei Prozent.

Vor der Gemeindehalle in Fröhnd hatten sich am Sonntag ab 16 Uhr rund 50 Menschen versammelt, um vom Vorsitzenden des Gemeindewahlausschusses, Horst Marterer, das Ergebnis aus erster Hand zu erfahren. Schon vorher war durchgesickert, dass die Wahlbeteiligung rekordverdächtig hoch sein muss – wie sich später herausstellte mit 85,6 Prozent noch höher als im ersten Wahlgang vor zwei Wochen an selber Stelle mit rund 77 Prozent.

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Unter den Wartenden befand sich auch Bürgermeisterin Tanja Steinebrunner. Nachdem Marterer das mit Spannung erwartete Wahlergebnis laut vorgetragen hatte, entstand eine Pause. Der Wahlsieger war noch nicht zur Stelle, und so nutzte Steinebrunner die Gelegenheit, sich bei der Bevölkerung, ihren Arbeitskollegen und Landrätin Marion Dammann zu bedanken.

Tanja Steinebrunner wurde als Bürgermeisterin von Fröhnd abgewählt.
Tanja Steinebrunner wurde als Bürgermeisterin von Fröhnd abgewählt. | Bild: privat

„Das Amt hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich habe mich von Herzen engagiert“, sagte sie. Die letzten acht Jahre seien eine sehr schöne Zeit für sie gewesen und sie wünsche der Gemeinde alles Gute. Nach einem Applaus verließ die Unterlegene mit ihrem Mann den Platz vor der Gemeindehalle. Dort hatte sie schon vor zwei Wochen beim ersten Wahlgang eine Wahlschlappe mit knapp 30 Prozent einstecken müssen.

Doch wo war der Wahlsieger? Marion Dammann und viele Bürgermeister warteten mit Geschenktaschen, um dem Sieger zu gratulieren und sich vorzustellen. Dann kam Michael Engesser mit dem Auto um die Ecke, begleitet von Partnerin und Kindern. Die Lörracher Landrätin ergriff als erste die Initiative und ging beherzt auf Engesser zu; der selbstständige Gipser- und Stukkateurmeister hatte sich vor knapp zwei Wochen kurzfristig zu einer Kandidatur entschieden.

Neuer Bürgermeister: „Ich bin sprachlos“

„Die Bevölkerung steht hinter Ihnen“, sagte sie zum neuen Bürgermeister und übergab eine Geschenktasche. Sie erwähnte, dass schwierige Zeiten vor den Kommunen stünden. „Sie werden wissen, worauf Sie sich eingelassen haben“, sagte Marion Dammann und wünschte Engesser viele Unterstützer für das, was er auf der Agenda stehen habe. Engesser zeigte sich beeindruckt von den vielen Menschen und dem Applaus. Er verzichtete auf eine offizielle Ansprache. „Ich bin sprachlos“, sagte er leise, und im kurzen Gespräch Richtung Gemeinderäten war zu hören: „Gemeinsam schaffen wir es.“

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Auf die Frage nach seinen Zielen sagte Engesser, dass er sich wünsche, dass es in nächster Zeit harmonisch zugehe in der Gemeinde. Die hohe Stimmenzahl für ihn habe ihn überrascht. „Ich freue mich, dass das Ergebnis so eindeutig ist. Das verpflichtet mich“, sagte er. In den letzten Tagen habe er viele Mails geschrieben, Handzettel verteilt und Fragen beantwortet. Der Amtsinhaberin Tanja Steinebrunner zollte der politische Neuling Respekt: „Sie hat acht Jahre viel gearbeitet.“ Das Wahlergebnis zeige aber, dass die Bevölkerung in Fröhnd einen Wechsel gewünscht habe. Er ließ durchblicken, dass er Tanja Steinebrunner mehr Stimmen gewünscht habe.

Unterstützung von Kommunen aus dem Umland

Verbandsvorsitzender Peter Schelshorn aus Schönau sicherte Engesser seine Unterstützung im Gemeindeverwaltungsverband zu. Nach dessen Ansprache gratulierten Bruno Schmidt aus Häg-Ehrsberg, Peter Palme aus Zell, Andreas Wießner aus Todtnau und andere Bürgermeister. Auch Schopfheims früherer Bürgermeister Christof Nitz reihte sich in die Schar der Gratulanten ein. Per Mail sandte später der Bundestagsabgeordnete Christoph Hoffmann (FDP) seine Glückwünsche. „Die Demokratie lebt auch vom Wettkampf der Ideen“, schreibt Hoffmann, der früher Gemeindeoberhaupt von Bad Bellingen war.

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