Grund der bundesweiten Durchsuchungen ist der Verdacht des gewerbsmäßigen Verschaffens gefälschter Ausweisdokumente sowie das Einschleusen von Ausländern. Im Fokus der Beamten standen fünf Wohnungen in Berlin, Hessen und Sachsen sowie die Geschäftsräume eines Nagelstudios in Kassel.

Nach Angaben der Stuttgarter Behörde wurden seit Juni 2020 mehrere mutmaßliche Dokumentennutzer im Bundesgebiet identifiziert. Im Rahmen der Einsätze vom 7. Oktober 2021 seien Beweismittel sichergestellt sowie zwei Personen ohne Aufenthaltsdokumente festgestellt worden. Auf telefonische und schriftliche Nachfrage dieser Zeitung, ob ein Zusammenhang mit den im Jahr 2018 großflächigen Nagelstudio-Durchsuchungen des Zolls in Waldshut besteht, äußerte sich die Bundespolizei bis zum heutigen Tag nicht. Die Auswertung der Beweismittel durch die Bundespolizei dauere noch an.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen bestätigte auf Anfrage, aktuell ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Einschleusens von Ausländern zu führen. „Im Zuge dieses Ermittlungsverfahrens ergaben sich Hinweise, dass bei der Einschleusung auch falsche Dokumente benutzt worden sind“, nimmt Pressesprecher Michael Blozik Stellung. An mehreren Orten im Bundesgebiet seien deswegen die Wohnungen der einzelnen eingeschleusten Dokumentennutzer durchsucht worden.

Auf die Frage, weshalb die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen die bundesweiten Ermittlungen leitet, antwortete der Pressesprecher, dass Ausländer im Bezirk der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen eingeschleust worden seien und sie somit wegen des Tatortprinzips für den Fall zuständig sei. Neben dem Verfahren wegen des Einschleusens von Ausländern könnten sich die Dokumentennutzer der Urkundenfälschung und der illegalen Einreise schuldig gemacht haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Staatsanwalt Blozik: „In diesem Fall werden separate Ermittlungsverfahren gegen die Nutzer an die jeweils zuständigen Staatsanwaltschaften abgegeben.“ Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft keine weiteren Angaben machen. Eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft werde es erst nach Abschluss der Auswertung der Beweismittel geben.

Auch die Staatsanwaltschaft wollte sich nicht zu möglichen Zusammenhängen des aktuellen Falls mit den im Jahr 2018 großflächig stattgefundenen Durchsuchungen etlicher Nagelstudios in Waldshut-Tiengen äußern.