Wie ist die aktuelle Lage in den Kliniken des Landkreises Lörrach, welche Themen beschäftigen die Geschäftsführung und wo drückt der Schuh? Um diese und weitere Fragen ging es kürzlich beim Besuch der CDU-Bundestagsabgeordneten Diana Stöcker im Lörracher Kreiskrankenhaus.

Natürlich waren auch der Lörracher Weg und der Klinikneubau Thema beim Austausch von Vertretern der Kliniken mit Stöcker, die Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages ist. Ein wichtiger Schwerpunkt: Die Finanzen.

Pandemie ist noch nicht vorbei

Klinikengeschäftsführer Armin Müller skizzierte die erheblichen finanziellen Auswirkungen der Pandemie auf die Lörracher Kliniken und folgerte: „Wir benötigen dringend eine Verlängerung der Ausgleichszahlungen aus dem Rettungsschirm“.

Darüber hinaus müsse das Thema der Krankenhausfinanzierung nun grundsätzlich angegangen werden: „Die Anzahl der Patienten allein ist zu wenig, um die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung zu garantieren“, stellte Müller fest. Hier müsse ergänzend eine Sockelfinanzierung für die Krankenhäuser her.

Jeder könne sich vor Ort selbst davon ein Bild machen, dass die Pandemie nicht zu Ende sei, betonte Stöcker. „Noch immer gibt es Corona-Fälle auf Normal- sowie Intensivstationen. In den Kliniken führt dies weiterhin zu Einschränkungen zum Beispiel bei der Belegung von Zimmern und bei Hygieneregelungen in der Patientenversorgung und damit weiter zu Kosten. Der Rettungsschirm sollte also verlängert werden, bis die Kliniken tatsächlich wieder im Regelbetrieb sind.“

Klinikneubau wird deutlich teurer

Lörrach treffen die finanziellen Entwicklungen in besonderem Maße, denn mit ihrem Neubauprojekt sind die Kliniken von den aktuellen Kostensteigerungen in der Baubranche enorm betroffen.

Für Klinikengeschäftsführer Armin Müller ganz klar: „Für derartige Baumaßnahmen müssen zusätzliche Landes- und Bundesmittel bereitgestellt werden.“

Denn: „Wir sind mit unserem Neubauprojekt auf einem sehr guten Weg, die Patientenversorgung zu verbessern und attraktive Arbeitsplätze zu sichern“, resümierte der Geschäftsführer: „Doch können wir Kliniken die Mehrkosten schlicht und einfach nicht erwirtschaften.“

Sechs Millionen Euro Zuschuss vom Landkreis

Diana Stöcker betonte: „Die Kliniken werden einen Betriebskostenzuschuss von sechs Millionen aus den Mitteln des Landkreises erhalten. Als Kreisrätin spreche ich mich aus Überzeugung dafür aus.“

Die Steigerung der Baukosten könne angesichts der weltpolitischen und -wirtschaftlichen Lage jedoch nicht allein Sache des Kreises als Träger und der Kliniken als Gesellschaft sein. „Hier müssen wir auf der landes- und bundespolitischen Ebene Gespräche führen“, so die Abgeordnete.

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