Dass die Lage ernst ist, betonte Bernhard Hoch, medizinischer Geschäftsführer der Kreiskliniken Lörrach bereits in der Pressekonferenz Anfang Dezember. Bis heute habe sich dies nicht geändert. Aber er und Hauptgeschäftsführer Armin Müller brachten auch gute Nachrichten mit in das dieses Mal über das Internet geführte Gespräch mit Pressevertretern. Es ging um viel Geld für die Mitarbeiter, aber auch für die Kliniken, um eine besondere Flexibilität und um eine groß angelegte Testaktion. Aber – wie gewohnt – hatte Hoch auch einen Appell an die Bevölkerung mitgebracht.

Die aktuelle Corona-Lage in den Kreiskliniken

Aktuell werden 106 Corona-Patienten in den Kreiskliniken Lörrach versorgt, davon sind 80 Corona-positiv, die anderen haben einen Corona-Verdacht. Das macht rund die Hälfte aller Patienten in den Kliniken aus, denn 101 Patienten seien wegen anderer Krankheiten in den Kliniken. Sechs Patienten liegen auf der Corona-Intensivstation und werden dort beatmet. Damit seien vier Corona-Stationen voll belegt, die fünfte sei kürzlich wieder frei gemacht worden für andere Patienten, könne aber flexibel wieder für Covid-Patienten geöffnet werden, so Hoch. Der Platz werde eng in den Kliniken. Denn Verdachtspatienten bräuchten ein Einzelzimmer. „Corona-Positive können wir aber problemlos zu viert in ein Zimmer legen“, so Hoch. Positiv getestete Patienten könnten aber nicht zurück ins Pflegeheim, auch wenn sie gesund sind, erklärt er.

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„Wir müssen Ressourcen schaffen“, so der medizinische Geschäftsführer. Und deshalb werden immer mehr Patienten auch in andere Kliniken verlegt, etwa nach Freiburg, Schopfheim oder Rheinfelden. „Das ist reine Vorsorge, um auch die Akutversorgung gut gewährleisten zu können“, erläutert Hoch.

Groß angelegte Test-Aktion

In der vergangenen Woche seien alle Mitarbeiter und Patienten ohne Symptome an allen Standorten getestet worden, informiert Torben Franzen, Fachbereichsleiter Klinikhygiene. Dafür wurden Antigen-Tests eingesetzt. „Das war eine Mammutaufgabe“, so Franzen.

Ein Corona-Antigen-Schnelltest.
Ein Corona-Antigen-Schnelltest. | Bild: Olheide, Monika

Jeder Patient, der künftig in die Kliniken kommt, soll abgestrichen werden. Bei der groß angelegten Test-Aktion, an der bis Dienstag an allen Standorten 872 Mitarbeiter und 326 Patienten getestet wurden, wurden nur ein Mitarbeiter und drei Patienten positiv auf Sars-Cov-2 getestet. Man habe die Dunkelziffer aufdecken wollen. „Doch wir sind positiv überrascht, dass die Dunkelziffer nicht größer ist, wir hätten mit anderen Zahlen gerechnet“, sagt Bernhard Hoch. Er betont aber auch, für all jene, die sich für die Feiertage einen solchen Test besorgen möchten: „Antigen-Tests bieten keine 100-prozentige Sicherheit.“

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Geld für Klinik und Personal

Eine erfreuliche Nachricht kam von Klinikgeschäftsführer Armin Müller. Mit den Corona-Prämien von Bund und Land und einer eigenen Aufstockung wird die Klinik 500.000 Euro an 700 Mitarbeiter aller Standorte steuerfrei mit dem Dezember-Gehalt verteilen. Dazu zählten nicht nur Pflegekräfte, sondern auch Ärzte, Mitarbeiter der Reinigung sowie der Hol- und Bringdienste. „Sie waren alle beteiligt“, betont Müller. Eine gute Nachricht zum Jahresende gebe es auch für die Kliniken selbst. Vom ersten Rettungsschirm im Frühjahr bekommen die Kreiskliniken rund 3,2 Millionen Euro.

Ein Blick in die Zukunft und ein Appell

„Die nächsten Monate sehen genauso aus wie die letzten Monate“, so der eher nüchtern ausfallende Ausblick von Bernhard Hoch. Darauf folgt sein Appell an die Bevölkerung: „Ich bitte wirklich alle Mitbürger möglichst Kontakte zu vermeiden. Mit fünf Leuten Weihnachten zu feiern ist das Gleiche wie mit zwei Familien an zwei Tagen“, so Hoch. Wenn das Wetter miserabel sei, es etwa Glatteis gebe, solle man zuhause bleiben, damit nichts passiert. „Damit wir diejenigen versorgen können, die es wirklich brauchen“, betont der Arzt.

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