Um 07.52 Uhr am 1. Januar veränderte sich das Leben der 31-jährigen Ardiana Aliaj grundlegend. Auf einen Schlag wurde aus der zweifachen Mutter aus dem schweizerischen Bad Zurzach eine fünffache Mutter. Per Kaiserschnitt kamen ihre Drillinge Roan, Kian und Troi im Kantonsspital Baden (KSB) zur Welt. Eine solche Drillingsgeburt kommt selten vor, im KSB in der Regel einmal pro Jahr. „Ich hatte mittlerweile Zeit, es zu verarbeiten. Vor allem, dass es wirklich Realität wurde.“ Das sagt die Mutter rund zwei Wochen später. Die Drillinge kamen in der 33. Woche zur Welt, fast zwei Monate zu früh. Roan wog 2 Kilo und 10 Gramm, Kian 1955 Gramm und Troi wog 2 Kilo und 70 Gramm.

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Mittlerweile haben alle drei Buben bereits etwas an Gewicht zugenommen. „Sie machen sich so gut, ich bin schon ziemlich stolz auf die drei“, sagt sie zufrieden. Nach sechs Tagen konnte sie das Krankenhaus verlassen, die Drillinge müssen noch eine Zeit lang dortbleiben. Kein einfacher Schritt für die 31-Jährige. Sie sagt: „Man hat sie nicht mehr im Bauch, aber man hat sie auch nicht bei sich.“

Auch der Weg von Bad Zurzach, wo sie wohnt, ins KSB, bereitete ihr Sorgen: „Immerhin ist es fast eine halbe Stunde.“ Doch das Team der Neonatologie schaue so gut zu ihren kleinen, dass sie nach anfänglichem Trennungsschmerz wusste, dass sie in guten Händen sind. „Ich bin jedes Mal überwältigt, wie sie mit den Kindern umgehen. Ich könnte es selber nicht besser machen.“ Außerdem ermutigten die Frauen sie auch immer wieder, indem sie ihr zeigten, welche Fortschritte die Buben machen.

Auch auf Station etwas Besonderes

Auch für die Stationsleiterin Bettina Schober, die seit 21 Jahren in ihrer Funktion am KSB tätig ist, sind Drillinge auf der Station etwas Besonderes: „Sowohl zu den Eltern als auch zu den Kindern entsteht eine spezielle Bindung. Sie sind oft über Wochen bei uns und wir kennen sie sehr gut.“ Manchmal komme es auch vor, dass sie später zu Besuch kommen oder ein Foto des ersten Geburtstags schicken, „damit wir wissen, wie sie sich entwickelt haben.“ Die Drillinge hätten sich seit der Geburt sehr gut entwickelt, sagt Schober: „Am Anfang brauchten sie Unterstützung zum Atmen, das ist aber völlig normal in diesem Alter.“ Sie machten zwar nach wie vor kleine Atemaussetzer, dagegen bekommen sie aber Medikamente. „Das große Thema ist der Ernährungsaufbau. Sie sind vorwiegend sondiert, sie machen aber bereits erste Trinkversuche an der Brust oder am Schoppen.“ Alle drei bekommen ausschließlich angereicherte Muttermilch. „Die Mutter leistet einen Riesenbeitrag mit dem Abpumpen der Milch.“ Die Eltern dürfen die Drillinge rund um die Uhr besuchen.

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Nach Hause können Roan, Kian und Troi frühestens, wenn sie die 35 Wochen vollendet haben, erklärt die Stationsleiterin: „Das wäre dann ungefähr in zwei Wochen.“ Bis dorthin müssen die Drillinge noch einiges lernen: „Sie müssen alleine und in einer guten Zeit trinken können, keine Atempausen mehr machen und die Körpertemperatur halten können, ohne dass sie zusätzliche Wärme bekommen.“ Beim Spitalaustritt gibt die Neonatologie auch Ratschläge, bei welchen Anlaufstellen sich die Eltern melden können, wenn sie Unterstützung brauchen.

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Ardiana Aliaj freut sich darauf, obwohl sie Respekt vor der Herausforderung hat. In der 28. Schwangerschaftswoche zog sie mit ihrem Mann und den zwei älteren Kindern, 7 und 5 Jahre alt, von St. Gallen zurück nach Bad Zurzach, wo sie aufwuchs. Ohne Hilfe würden sie es nicht schaffen. Ihre Familie lebt hier und wird sie im Alltag unterstützen. Natürlich habe sie sich Gedanken gemacht, darüber, ob sie für die zwei großen Kinder hier sein könne und auch über das Finanzielle. „Aber das Wichtigste ist, dass es ihnen gut geht, schließlich war es eine Risikoschwangerschaft.“

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Die 31-jährige und ihr Mann, mit dem sie seit 2013 verheiratet ist, hätten lange überlegt, ob sie noch ein drittes Kind wollten. Sie entschieden sich dafür und erlebten mit der Drillingsschwangerschaft die größte Überraschung ihres Lebens. „Ich habe zwei Brüder, die Zwillinge sind und mein erster Sohn war auch ein Zwilling. Aber das Herz des zweiten Kindes hörte im sechsten Monat der Schwangerschaft auf zu schlagen.“

Niemals hätte sie erwartet, dass sie noch einmal mit Zwillingen geschweige denn Drillingen hätte schwanger werden können. Sie erinnert sich an den Arztbesuch: „Er sagte, dass er noch etwas sieht. Und dann war er still. Ich fragte nach, ob alles in Ordnung ist, er sagte, dass er schauen muss. Er sehe noch etwas Drittes. Ich konnte es gar nicht fassen. Ich habe nur gedacht: Wie kann es sein, dass es drei sind?“ Die junge Mutter lacht. Die Schwangerschaft bezeichnet sie abgesehen von Wassereinlagerungen am Ende als Traumschwangerschaft.

Ob die Drillinge eineiig sind, ist übrigens noch nicht klar. Die Ärzte gingen erst von eineiigen Zwillingen und einem dritten, zweieiigen Baby aus. „Nun meinten sie, dass wir es wohl erst feststellen werden, wenn sie aufwachsen und sich ähnlich sehen“, so die Mutter.