Die Corona-Pandemie hat das soziale Leben stark eingeschränkt, aber eines schafft sie nicht: der Kreativität den Garaus zu machen. Das Gegenteil ist der Fall, wie am Beispiel des Projekts „HörmalRhein“ deutlich wird. Dieses geht 2021 in die zweite Runde. Die erste Stufe wurde bereits 2019 unter dem Motto „Meine heile Welt“ mit zahlreichen und vielfältigen Beiträgen gezündet. Jetzt regt ein Projektteam um die Jugendarbeiterin Bettina Ludwig von der Offenen Jugendarbeit Möhlin (Jam!) und Jugendarbeiter Peter Geiselhart vom Trägerverein für Jugend-, Schüler und Kinderkultur Rheinfelden (schjkk) zur Teilnahme an „HörmalRhein“ an.

Es werden kreative Köpfe gesucht, die Lust haben, einen Beitrag zum Thema „Ich mach Krach“ zu leisten. Eine Genre- und Altersbeschränkung gibt es nicht, auch die Herkunft – ob von Deutscher oder Schweizer Seite des Rheins – spielt keine Rolle. „Ob allein oder als Gruppe, ob musikalisch, poetisch, humoristisch, filmisch oder tänzerisch – zeigt der Welt, was euch persönlich wichtig ist und wofür oder wogegen ihr Krach macht“, teilen Ludwig und Geiselhart mit.

Workshops und Unterstützung

Auch die Rahmenbedingungen sind locker gesteckt. Die Beiträge können in Eigenregie oder im Rahmen professionell geleiteter Workshops entstehen. Bei Unterstützungswünschen, etwa bei der Textfindung, der Erarbeitung einer Choreographie oder der musikalischen Umsetzung organisiert das „HörmalRhein“-Team für die Teilnehmenden einen zeitlich individuell angepassten Workshop. Innerhalb von wenigen Tagen erarbeiten sie dort ihr „Produkt“. Die musikalischen Beiträge werden in einem Musikstudio aufgenommen, was in der Regel nicht länger als einen Tag dauert. Die nicht-musikalischen Beiträge können bei ihrer Entstehung mit der Kamera begleitet und dokumentiert werden. Das kann durch die Teilnehmenden mit Handyvideos selbst geschehen.

Video: HörmalRhein

Das Netzwerk des Projektteams bietet aber auch hier professionelle Unterstützung. Die Ergebnisse werden auf der „HörmalRhein“-Webseite (www.hoermalrhein.com) sowie auf dem YouTube Kanal von „HörmalRhein“ veröffentlicht. Der Clou: Im Rahmen vom „Jugendfest Rheinfelden„, es soll am 19. Juni 2021 durchgeführt werden, haben die Künstler und Künstlerinnen die Möglichkeit, ihre Beiträge live auf einer Bühne zu präsentieren. Zudem erhalten sie einen USB-Stick mit allen Beiträgen, die im Jahr 2021 entstanden sind. Die Beteiligung an dem Projekt, das nicht als Wettbewerb gedacht ist, ist für die Teilnehmenden kostenlos. Interessierte können sich über das Kontaktformular auf der „HörmalRhein“-Webseite oder bei den Jugendarbeitenden in den Jugendeinrichtungen anmelden.

Das „HörmalRhein“-Team ist ein Zusammenschluss von Institutionen im Fricktal und am Hochrhein. Deren Ziel ist es, regionale Talente im musischen oder kulturellen Bereich zu finden und zu fördern. „Wir mussten vieles absagen“, berichten Bettina Ludwig und Peter Geiselhart über die Auswirkungen der Corona-Pandemie, „aber hier haben wir gesagt, das machen wir jetzt“. Auch wenn es mit Live-Auftritten nicht klappen sollte, „könnten wir die Beiträge wenigstens digital veröffentlichen“, so Ludwig.

Die Finanzierung des Projekts erfolgt aus verschiedenen Fördertöpfen, so von Swiss-Los, der Stiftung Pro Fricktal und der Deutsch-Französisch-Schweizerischen Oberrheinkonferenz. Im Unterschied zum erfolgreichen Durchgang 2019 für Kinder ab elf Jahren gibt es diesmal keine Altersbeschränkung. Auch geografisch gibt es keine Beschränkung. Teilnehmen können Kinder und Jugendliche aus den Gemeinden auf beiden Seiten des Rheins. „Deine Stimme zählt“, finden Bettina Ludwig und Peter Geiselhart, „denn Du bist die Zukunft“. Ihre Aufforderung: „Trau Dich und mach mit – mach ordentlich Krach!“

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