Bereits im Februar hatte sich der Gemeinderat mit den Plänen der Firma Feinwerktechnik hago befasst, die im Kadelburger Gewerbegebiet Greuth eine neue Halle bauen möchte. Diese soll auf einer Verlängerung in Richtung Kadelburg entstehen. Vor diesem Hintergrund ist eine Erweiterung des Gewerbegebiets um zwei Hektar notwendig; diese umfasst auch einne neuen Zubringer zum Recyclinghof. In der öffentlichen Sitzung am vergangenen Montag befasste sich der Gemeinderat nunmehr mit den während der frühzeitigen Offenlage eingegangenen Stellungnahmen der Behörden. Am Ende der Erörterungen gab der Gemeinderat einstimmig grünes Licht für die Freigabe der Bebauungsplan-Unterlagen zur Offenlage.

Pandemie verdaut

Bereits vor einigen Jahren hat die Feinwerktechnik hago GmbH begonnen, sich entsprechend der Veränderungen des Marktes, etwa dem Trend zu alternativen Antrieben, aufzustellen. Aufgrund neuer Produkte, startete der Automobilzulieferer mit der logistischen Planung für die Expansion. Nach einem schwierigen Jahr für die Branche, befinde sich der Automobil-Zulieferer heute wieder „in einer stabilen Auftragslage“, informierte Stephanie Bitterli, geschäftsführende Gesellschafterin des Unternehmens.

Die Schwierigkeiten der Branche im vergangenen Jahr hat die Feinwerktechnik hago laut eigenen Angaben gut gemeistert und erfreut sich heute einer stabilen Auftragslage. Bild: Privat/Feinwerktechnik hago
Die Schwierigkeiten der Branche im vergangenen Jahr hat die Feinwerktechnik hago laut eigenen Angaben gut gemeistert und erfreut sich heute einer stabilen Auftragslage. Bild: Privat/Feinwerktechnik hago

Bedingt durch die Pandemie, musste auch hago für drei Monate Kurzarbeit anmelden. Seit August 2020 konnte man wieder in den normalen Betrieb starten. „Gut 30 Prozent Umsatzeinbußen haben wir verdaut“, resümierte Stephanie Bitterli das vergangene Jahr. Wann der Spatenstich für die neue Halle stattfinden wird und ob die neuen Produkte zusätzliche Arbeitsplätze beinhalten, ist noch unklar: „Es ist aktuell noch zu früh, hierzu eine genaue Aussage treffen zu können“, so Stephanie Bitterli.

Ausgleichsfläche für Erweiterung

Schon heute allerdings steht fest, dass für den Bau unter anderem das Schaffen einer Ausgleichsfläche notwendig ist. Diese sollte ursprünglich auf der Gemarkung Kadelburg entstehen. Auf Wunsch des Gremiums wurde nach einer alternativen Fläche gesucht. Final wird nun auf der Gemarkung Reckingen ein Acker, der an den Tiefbrunnen Unterwihlen grenzt, in eine sogenannte Magerwiese als Ausgleichsfläche umgewandelt. Die Organisation und Abwicklung hierfür übernimmt das Unternehmen Feinwerktechnik hago.

Mit neuen Produkten blickt der Küssaberger Automobil-Zulieferer positiv in die Zukunft. Wann der Spatenstich für die neue Halle stattfinden wird, steht noch nicht fest. Bild: Privat/Feinwerktechnik hago
Mit neuen Produkten blickt der Küssaberger Automobil-Zulieferer positiv in die Zukunft. Wann der Spatenstich für die neue Halle stattfinden wird, steht noch nicht fest. Bild: Privat/Feinwerktechnik hago

Ratsmitglied Jürgen Fesser (Bündnis 90/Die Grünen) lobte diese Entscheidung: „Ich finde es positiv, dass die Flächen getauscht wurden.“ Diese Auffassung vertrat auch Gemeinderat Jörg Kaiser (CDU) zu, der kurz und bündig formulierte: „Ich finde das gut.“

Gemeindewald soll profitieren

In Zusammenhang mit dem weiterhin bestehenden Defizit bei Ausgleichsmaßnahmen informierte Bürgermeister Manfred Weber den Gemeinderat, dass ein finanzieller Ausgleich dem Gemeindewald zugute kommen soll.