Der Wolf war auf Schopfheimer Gebiet: Bei der am 16. August gefundenen Losung eines Tieres auf handelt es sich nach Angaben der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg um den ersten gesicherten Befund auf dem Grund und Boden der Stadt Schopfheim und ihrer Ortsteile.

Um welchen Wolf handelt es sich?

Der identifizierte Wolf sei mit jenem identisch, der am 31. Juli im Münstertal nachgewiesen wurde. Wo genau die Losung gefunden wurde, teilt die FVA allerdings nicht mit. Nach Presse-Informationen war es bei Gersbach.

„Wie Sie der Liste auf der Homepage des Umweltministeriums entnehmen können, gehören Wolfsnachweise im Südschwarzwald inzwischen zur Regel“, berichtet Felix Böcker von der FVA. „Es ist bekannt, dass sich aktuell drei verschiedene Wölfe in der Region aufhalten,“ erklärt er weiter. „Bei einer Raumnutzung dieser einzelnen Wölfe von über 400 Quadratkilometern ist überall in Südbaden mit Wolfsnachweisen zu rechnen“, stellt er nüchtern fest.

Losungsfund am 16. August

Auf den konkreten Fund auf Schopfheimer Gebiet angesprochen, erklärt Böcker: „Bei dem Wolfsnachweis des aus der Gemeinde Schopfheim vom 16. August handelte es sich um einen Losungsfund, der genetisch untersucht wurde.“

Hat jemand den Wolf gesehen?

Eine bestätigte Sichtbeobachtung aus der Gemeinde habe es nicht gegeben. Das identifizierte Tier wird beim Umweltministerium unter der Bezeichnung „GW2912m“ geführt.

Bei der Wolfsbeobachtung gibt es drei verschiedene Kategorien, je nachdem wie gesichert eine Beobachtung ausfällt. Die sogenannten „SCALP“-Kriterien wurden ursprünglich als Grundlage für ein standardisiertes Monitoring von einer alpenweiten Expertengruppe für das länderübergreifende Luchsmonitoring entwickelt. Die Abkürzung steht für „Status and Conservation of the Alpine Lynx Population“.

Das Verfahren wurde später auch für Wölfe weiterentwickelt. Übertragen auf den konkreten Nachweis eines Wolfes auf Schopfheimer Gebiet spricht die FVA von einem „eindeutigen Nachweis“, der nur bei „harten Fakten wie Lebendfang, Totfund, genetischem Nachweis oder Foto beziehungsweise Video“ möglich sei.

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Ein Losungsfund wie in diesem Fall ermöglicht einen genetischen Nachweis. Von einem weniger gesicherten Nachweis sprechen die Experten bei bestätigten Hinweisen, wenn eine erfahrene Person bestätigte Ereignisse wie Risse oder Spuren mit starkem Wolfsverdacht meldet. Als vager Fall werden in einer dritten Gruppe nicht bestätigte Hinweise geführt, bei denen die gemeldeten Ereignisse nicht mehr überprüfbar sind – etwa Sichtbeobachtungen eines Wolfes.

Das Gebiet ist weitläufig

Zum exakten Fundort der Schopfheimer Wolfslosung befragt, antwortet Böcker: Genauere Ortsangaben würden bei Wolfsnachweisen „aus verschiedenen Gründen wie Datenschutz oder Artenschutz“ nicht gemacht. Die Nachweise würden deshalb einheitlich auf Gemeindeebene kommuniziert.

Das weitläufige Gemeindegebiet von Schopfheim reicht zum Beispiel hinauf bis fast nach Gresgen, zur Hohen Möhr, Richtung Todtmoos und hinunter in die Wehraschlucht. Nach bisher nicht bestätigten Informationen der Presse wurde die Losung im Bereich des Gersbacher Reviers gefunden.

Fragen zum Wolf

Auf die Frage, ob es aus der Region besorgte Anfragen wegen des bestätigten Wolfsnachweises gebe, sagt die FVA: „In diesem Kontext kommt es natürlich regelmäßig auch zu diversen Äußerungen von Privatpersonen oder Interessensverbänden für oder gegen den Wolf.“

Entstehende Fragen und Probleme zu dem Thema würden „unter Einbezug aller Interessen“ von der AG Luchs und Wolf behandelt. Darin kämen Vertretende aus allen möglichen Interessensverbänden, der Verwaltung und der Wissenschaft zusammen.

Das Tier kommt aus Nord- oder Ostdeutschland

Zurück zum Wolf auf Schopfheimer Gebiet: Das Tier stamme vermutlich aus einer mitteleuropäischen Flachland-Population, präzisiert Böcker.

„Das heißt, dass er vermutlich aus Nord- oder Ostdeutschland stammt.“ Anders als zum Beispiel der Wolf GW2103m, der sich in der Feldbergregion aufhält. Dieser ist der Alpenpopulation beziehungsweise der italienischen Population zuzuordnen. Böcker sagt abschließend: „Diese Informationen machen auch deutlich, dass in Baden-Württemberg mit der Zuwanderung weiterer Wölfe aus allen Richtungen zu rechnen ist.“

Was können Halter von Nutztieren tun?

Eine Übersicht über Informationen und geförderte Maßnahmen haben wir hier für Sie zusammengestellt: Fördermittel für Schutzmaßnahmen gegen den Wolf.

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