Aus allen rosaroten Wolken fiel im April vor 25 Jahren in Kadelburg der Ehemann einer 36-jährigen Frau. Das neugeborene, Desiree genannte Kind, war nicht sein Töchterchen und hieß in Wirklichkeit Sandy, seine angeblich zur Geburt nach Pirmasens gereiste Frau hatte die Schwangerschaft nur vorgetäuscht. Das Baby, mit dem sie nach Kadelburg zurückkehrte, hatte sie aus einem Krankenhaus in Pirmasens entführt.

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Der so brutal mit einer Kindesentführung konfrontierte Mann war der zweite Ehemann der 36-Jährigen, die aus erster Ehe zwei damals 13 und elf Jahre alte Jungen hatte, für die sie nach der Scheidung kein Sorgerecht erhielt. Die bis dahin in Pirmasens lebende Frau kam 1994 in den Kreis Waldshut, wo sie in einer Hotzenwaldgemeinde ihren zweiten Mann heiratete. Nach Kadelburg war das Paar erst vor Kurzem gezogen.

Mann schöpft keinen Verdacht

Bei ihnen sei ein großer Kindeswunsch entstanden, gab die Frau an, obwohl sie keine Kinder mehr bekommen konnte. Dennoch habe sie ihrem Mann die Schwangerschaft vorgetäuscht und sich so in die Rolle hineingesteigert, dass er nicht den geringsten Verdacht schöpfte. Die Zwangsvorstellung mündete nun, da der Zeitpunkt der „Geburt„ gekommen war, in die Fahrt nach Pirmasens, wo sie Anfang April die kleine Sandy aus dem Krankenhaus entführte.

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Die 36-Jährige kannte sich von früher dort gut aus. Doch auch sie war noch nicht vergessen, weshalb ein Phantombild von ihr den richtigen Hinweis aus der Bevölkerung lieferte. Die davon verständigte Kripo von Waldshut-Tiengen beschattete die Frau, als diese zum Einkauf nach Tiengen fuhr. Ein Beschatter hörte mit, wie sie der Verkäuferin erzählte, gerade ein Kind geboren zu haben. Jetzt war alles klar.

Polizei folgt der 36-Jährigen

Die Kripo folgte der 36-Jährigen und drang direkt hinter ihr in die Wohnung ein. Dort fanden die Beamten die kleine Sandy und brachten sie zunächst ins Krankenhaus. Einige Stunden später konnte das vier Wochen alte Baby von seinen überglücklichen Eltern in die Arme geschlossen werden. Für die Entführerin endete das Drama zunächst in der Psychiatrie.

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