Die Energiedienst-Gruppe erwartet eine weitere positive Entwicklung ihrer Erfolgszahlen. „Die steigende Relevanz von Klimaneutralität spüren wir auch geschäftlich“, erklärte Jörg Reichert als Vorsitzender der Geschäftsleitung am Montag bei der virtuellen Halbjahrespressekonferenz der Holding. Diese steigerte im ersten Halbjahr 2021 ihren Betriebsertrag gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15 Millionen Euro auf 547 Millionen Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern stieg gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent auf 26 Millionen Euro. Reichert hält am Ende des Jahres über 60 Millionen Euro für möglich.

Die Europäische Union wie auch die deutsche Bundesregierung hätten ihre
Klimaziele in den letzten Monaten deutlich verschärft, so Reichert. Die EU will die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 senken, Deutschland sogar auf minus 65 Prozent. „Als Konsequenz wird die Stromnachfrage, getrieben durch Technologien wie E-Autos, Wärmepumpen und grünen Wasserstoff, erheblich steigen“, so Reichert. Davon werde die Energiedienst-Gruppe profitieren.

Die Entwicklung der Energiepreise hatte bereits 2019 und 2020 bei Energiedienst höhere Erlöse im Strom- und Gasgeschäft zur Folge. Im ersten Halbjahr 2021 habe das Unternehmen aber auch die Absatzmenge um 7 Prozent steigern können, berichtete Klaus Müller, Leiter Finanzen und Personal. Damit habe die „Corona-Absatzdelle“ des Vorjahres mehr als ausgeglichen werden können. Dies spiegele sich auch bei den Vertragszahlen wieder: „Wir beliefern bei Strom und Gas insgesamt rund 285.000 Verträge.“ Dies seien 5000 mehr als 2020. Energiedienst habe nicht nur neue Gewerbe- und Industriekunden gewinnen können, ergänzte Reichert, es seien auch namhafte Industriekunden von System- zu Ökostrom gewechselt.

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Neben der vom Stand der Gewässer stark abhängigen Stromproduktion in Flusskraftwerken am Hochrhein und an der oberen Rhone setzt Energiedienst auch auf andere regenerative Energien, so die Photovoltaik. Hierzu berichtete Geschäftsleitungsmitglied Michael Schwery, dass Gewerbekunden in Deutschland sich jetzt PV-Anlagen bauen lassen, diese mieten und den produzierten Strom selbst nutzen könnten. Nicht verwirklicht werde aus Naturschutzgründen die 16.000 Quadratmeter große Freiflächen-PV-Anlage in Künaberg bei Fröhnd. Im Kraftwerk Wyhlen wolle Energiedienst 2025 eine neue Power-to-Gas-Anlage in Betrieb nehmen. Der Bund fördert das Projekt mit 13,5 Millionen Euro. Die bestehende Anlage könne wegen einer Betriebsstörung wohl noch für mehrere Monate nicht produzieren.