Es war das erste Mal, dass sich das Kreisforstamt Waldshut an den bundesweiten Waldtagen beteiligt hatte. Blickt man näher auf die drei Veranstaltungen in Bad Säckingen, Tiengen und Altenburg mit zahlreichen Teilnehmern, so waren die Waldshuter Forstleute breit aufgestellt. Denn neben forstlichen Themen gab es auch kulturhistorisch Wissenswertes zu erfahren.

So konnten die Teilnehmer der Altenburger Exkursion in die Welt der Kelten eintauchen. Sylvia Baumgart vom Naturpark Schaffhausen informierte eindrücklich über die Verhältnisse im östlichen Landkreis vor der Zeitenwende.

So war zu erfahren, dass auf der Altenburger Rheinhalbinsel im ersten Jahrhundert vor Christus bis zu 10.000 Einwohner lebten (zum Vergleich: im Stadtteil Tiengen leben heute rund 9000 Menschen). Es war also nicht nur eine kleine keltische Siedlung, die sich hinter dem Keltenwall verschanzte, sondern eine gallische Großstadt mit eigener Münzprägeanstalt, was wiederum auf den Sitz eines Fürsten schließen lässt.

Handelszentrum der Kelten

Offenbar sind die Kelten, nachdem sie die Heuneburg aufgeben mussten, an den Rhein gezogen und haben dort ein eindrucksvolles Handelszentrum errichtet. „Die keltische Zeit erlebte hier an der Rheindoppelschleife ihre Blüte“, stellte Baumgart fest.

Schade sei es, dass die Kelten keinerlei Schriften verfasst haben und daher ist die Forschung auf die römische Geschichtsschreibung und die archäologischen Spuren angewiesen. Und während die Römer vermutlich nicht ganz neutral berichteten, sprechen die zahlreichen Funde eine deutliche Sprache. Das Altenburger Säule, ein Stierkopf und unzählige latènzeitliche Goldmünzen können heute im Archäologischen Museum Colombischlössle in Freiburg besichtigt werden. Umfangreiche Funde von Keramikteilen und der Nachweis von Glas-, Bronze- und Eisenverarbeitung zeugen von einem pulsierenden Leben.

Bäume waren die Grundlage

Forstlich von großer Bedeutung war die Nutzung des Holzes, überwiegend Eichen, das dem Bau der typischen Langhäuser diente. Auch dürfte es an mehreren Stellen Rheinbrücken gegeben haben, die natürlich ebenso verschwunden sind, wie die Häuser.

Allerdings sind heute mit moderner Technik die Standorte der Häuser und Höfe nachzuweisen, wie Sylvia Baumgart anschaulich erklärte. Im Gegensatz zu der verschwundenen Stadt hat sich der Keltenwall, der die Siedlung vor feindlichen Angriffen schützte, bis heute erhalten.

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