In die Pedale treten was das Zeug hält heißt es wieder vom 18. Juni bis 8. Juli im Landkreis Waldshut. Gemeinsam mit dem Landkreis haben sich 17 Kommunem für die bundesweite Aktion „Stadtradeln“ angemeldet, um so viele Kilometer wie möglich zurückzulegen. Ziel der Aktion ist es, sich nicht nur aktiv für den Klimaschutz, sondern auch für die eigene Gesundheit einzusetzen.

„Toll an der Aktion ist, dass man animiert wird, sich auf das Rad zu setzen und Wege zu fahren, die man sonst mit dem Auto zurücklegt“, sagt der Lauchringer Bürgermeister Thomas Schäuble, der selbst möglichst viele Dienstwege mit dem Fahrrad zurücklegen wird.

Radfahren liegt im Trend

„Der Trend hin zum Fahrrad ist steigend“, weiß der Vorsitzende des Radsportvereins Radlerfreunde aus Bad Säckingen, Rolf Maier. Dies zeigen auch die Teilnehmerzahlen: Während die Stadt Bad Säckingen und der Radsportverein bereits zum fünften Mal in Folge an den Start gehen, hat der Landkreis Waldshut im vergangenen Jahr mit zehn Kommunen nachgezogen.

In Bonndorf haben sich bereits 38 Teams zusammengefunden, darüber ist Bürgermeister Marlon Jost sehr beeindruckt: „Unser Ziel ist es, dass sich noch mehr Bürger auf den Sattel schwingen und diese Form der Mobilität schätzen lernen.“

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Bislang haben sich rund 1400 Personen aus dem Landkreis Waldshut angemeldet, um das Auto kurzerhand gegen ein Zweirad einzutauschen. Alleine die Gemeindeverwaltung Albbruck stellt davon bereits 18 Personen, erklärt deren Team-Captain Claus Bächle. „Der gemeinschaftliche Gedanke hat den ein oder anderen noch spontan zum Mitmachen bewegt“, gibt er an.

Doch neben dem Gemeinschaftsgefühl, sei gerade der Umstieg aufs Fahrrad und der Einsatz für den Klimaschutz der Gemeindeverwaltung ein Anliegen. Bereits mehrere Wetten, wie in Bad Säckingen oder Herrischried, wurden abgeschlossen.

Nachdem Alexander Guhl, Bürgermeister der Stadt Bad Säckingen, 2021 die Wette mit dem Radsportverein verloren hatte, ging es gemeinsam ...
Nachdem Alexander Guhl, Bürgermeister der Stadt Bad Säckingen, 2021 die Wette mit dem Radsportverein verloren hatte, ging es gemeinsam auf eine Tour. | Bild: Radlerfreunde Bad Säckingen

Neben vielen Auftaktveranstaltungen in den Kommunen wird am 3. Juli 2022 der Film „Anderswo. Allein in Afrika“ in Murg gezeigt. Der Abenteurer und Hauptdarsteller Anselm Pahnke wird an diesem Abend selbst anwesend sein und von seiner 414-tägigen Reise nur mit dem Fahrrad durch Afrika berichten.

Das Stadtradeln im Landkreis Waldshut wird am Samstag, 18. Juni, um 10 Uhr, offiziell eröffnet. Landrat Martin Kistler und Bürgermeister Christian Dröse starten vom Stehlesee aus zu einer rund einstündigen Tour um Herrischried.

Wie Radfahrer mitmachen können

Alle Personen, die in den teilnehmenden Kreiskommunen leben, arbeiten, eine Schule besuchen oder einem Verein angehören, können ihre zurückgelegten Kilometer anrechnen lassen. Sofern sich die Stadt oder Gemeinde nicht offiziell angemeldet hat, kann dennoch unter der „Fahne des Landkreises“ geradelt werden, erklärt die Kreiskoordinatorin Sabine Mühlhaupt. Wichtig dabei ist, sich in einem Team anzumelden. Denn, so die Veranstalter: „Radförderung und Klimaschutz sind Teamarbeit.“

Eine App zählt die Kilometer automatisch

Auch nach dem Start der dreiwöchigen Aktion ist eine Registrierung (stadtradeln.de/registrieren) noch möglich. Die zurückgelegten Kilometer können auf der Webseite eingetragen werden. Einfacher sei jedoch laut Veranstalter das Herunterladen der kostenlosen Stadtradeln-App, die die Kilometer automatisch gutschreibt.

Dennoch sollte der gefahrene Kilometerstand beim Nutzen der App im Hinterkopf behalten werden, informiert Susanne Mühlhaupt. „Gerade in Grenznähe ist das Internet nicht immer einwandfrei und dadurch kann es passieren, dass nicht jeder Kilometer aufgezeichnet wird“, betont sie. Die fehlenden Kilometer können dann jedoch über die Webseite nachgetragen werden.

Ein Plus für die Nutzung der App: Die Daten werden anonymisiert von der Technischen Universität Dresden ausgewertet. Wie viele Personen, wo und mit welcher Geschwindigkeit gefahren sind, kann an die Kommunen übermittelt werden, um die Radnetze vor Ort zu verbessern.