Ein wichtiges Thema im Vivarium im Zoo Basel ist die Frage, wie das Leben vom Wasser an Land kam. Einige Becken widmen sich speziell dieser Thematik und zeigen Pinguine, die sowohl im Wasser als auch an Land leben, ans Wasser angepasste Reptilien und eben auch ans Land angepasste Fische. Zu den bemerkenswertesten dieser Fische zählen die Schlammspringer. 43 Exemplare Zwergschlammspringer (Periophthalmus novemradiatus) sind nun im Basler Zoo zu sehen.

Kurioses Tier: Der Zwergschlammspringer.
Kurioses Tier: Der Zwergschlammspringer. | Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

Die Experten des Zoos informieren in einer Mitteilung über die Eigenschaften der glubschäugigen Neuzugänge.

Klein, aber friedlich

Die Zwergschlammspringer bleiben mit nur sieben Zentimetern zwar deutlich kleiner als andere Schlammspringer, deren Unterfamilie 35 Arten umfasst, doch die Individuen leben in größeren Gruppen friedlich und gesellig zusammen, sodass alle Bereiche des Beckens jetzt mit Schlammspringern bevölkert sind.

Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

„Im Freiland sind sie an zwei Regionen zu finden: im indischen Westbengalen und in Ranong an der Westküste Thailands. Es ist jedoch anzunehmen, dass sie auch zwischen diesen beiden Gebieten, an den wenig erforschten Mangrovenküsten Bangladeshs und Myanmars, anzutreffen sind“, so die Experten.

Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

Überleben bei Ebbe und Flut

In Mangrovenwäldern und -sümpfen und im Bereich von großen Flussmündungen leben die Tiere im Brackwasser, einem Gemisch von Salz- und Süßwasser mit einem schwankenden Salzgehalt von 10 bis 25 Gramm pro Liter.

Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

Sie ernähren sich hauptsächlich von kleinen Krebstieren, Würmern, Schnecken und Insekten, aber auch Kieselalgen werden gefressen.

Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

Da ihr Lebensraum stark von Ebbe und Flut beeinflusst wird, müssen die Zwergschlammspringer nicht nur mit einem schwankenden Salzgehalt zurechtkommen, sondern auch mit einem wechselnden Wasserstand.

Leben an Land

Wenn die Küstenbereiche bei Ebbe trockenfallen, verschließt der Schlammspringer seine Kiemen, um diese vor dem Austrocknen zu bewahren. Er speichert in den sackartigen Kammern der Kiemen Wasser und reichert seinen Wasservorrat fortwährend durch Blubbern mit atmosphärischem Sauerstoff an, den er schluckt. Die eigentliche Sauerstoffaufnahme erfolgt über die gefaltete, gut durchblutete Membran in den Kiemen.

Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

Ist der Wasservorrat aufgebraucht, muss der Schlammspringer zurück ins Wasser. Er kann aber bis zu 60 Stunden an Land überleben, zumindest solange die Haut feucht bleibt. Droht diese auszutrocknen, zieht er sich in selbst gegrabene Höhlen im Schlick zurück. Hauttaschen unter den nach oben abstehenden Augen sind mit Flüssigkeit gefüllt und schützen diese vor dem Austrocknen.

Fortbewegung auf dem Trockenen

Die Basis der Brustflossen ist verstärkt, sodass sich die Tiere an Land wie auf Armen abstützen und fortbewegen können. Mit diesen Brustflossen können sie auch an den Mangrovenwurzeln hochklettern. Außerdem dient ihnen der kräftige Schwanz als Widerlager zum Hüpfen.

Bild: Zoo Basel (Torben Weber)

Männchen zeigen zur Balzzeit eine flaggenartig vergrößerte Rückenflosse mit einem verlängerten Flossenstrahl. Oft ist die Rückenflosse auch orange gefärbt. Diese auffälligen Signalgeber dienen der Kommunikation zwischen Artgenossen.

Das könnte Sie auch interessieren