„Das Handwerk hat Zukunft.“ Davon ist der Waldshuter Kreishandwerksmeister Thomas Kaiser überzeugt. Bei der Verleihung der goldenen Meisterbriefe an 37 Handwerker aus dem Landkreis Waldshut drückte er jedoch auch seine Sorge darüber aus, dass die Zahl der Auszubildenden abnimmt.

So zählte die Handwerkskammer Konstanz zu Beginn des Ausbildungsjahres Anfang September in ihrem aus fünf Landkreisen bestehenden Bezirk einen Rückgang um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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Vor allem bei der Bewältigung der Klimakrise sei das Handwerk zunehmend gefordert. „Wir brauchen dringend Fachkräfte, die qualifiziert beraten, Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen installieren, Häuser dämmen oder Ladesäulen montieren können“, hatte Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz, bereits zum Start des Ausbildungsjahrs erklärt. Nun bekräftigte Thomas Kaiser: „Schon jetzt gibt es für diese Herkulesaufgabe zu wenige Azubis.“

Kreishandwerksmeister Thomas Kaiser (links) und Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz.
Kreishandwerksmeister Thomas Kaiser (links) und Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz. | Bild: Friederike Tröndle

Der Kreishandwerksmeister richtete daher einen Appell an die Gäste, für das Handwerk zu werben. „Es braucht Unterstützung durch die Gesellschaft“, ist Kaiser überzeugt. An die Empfänger der goldenen Meisterbriefe gerichtet, sagte er: „Sie haben mit Ihren Leistungen Ihren Teil dazu beigetragen, dass dem Handwerk heute diese Bedeutung zukommt.“

Gemeinsam mit Werner Rottler überreichte er Urkunden an diejenigen Männer und Frauen, die im Jahr 1982 ihre Meisterprüfung abgelegt hatten. Unter den Geehrten befinden sich Handwerker mit Berufen von A wie Augenoptiker bis Z wie Zimmerer aus dem gesamten Landkreis Waldshut.

Handwerkermeisterinnen und -meister aus dem Bereich der Kreishandwerkerschaft Waldshut erhielten in der Bildungsakademie Waldshut den ...
Handwerkermeisterinnen und -meister aus dem Bereich der Kreishandwerkerschaft Waldshut erhielten in der Bildungsakademie Waldshut den goldenen Meisterbrief. Links Kreishandwerksmeister Thomas Kaiser, rechts Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz. | Bild: Friederike Tröndle

Zeitreise ins Jahr 1982

„Ohne Sie und das Handwerk wären unsere Wirtschaft und Gesellschaft auch hier bei uns im Landkreis ein großes Stück ärmer“, sagte Thomas Kaiser an die Jubilare gerichtet. Der Kreishandwerksmeister nahm die Verleihung der goldenen Meisterbrief zum Anlass, um zurückzublicken, welche Ereignisse vor 40 Jahren, als die Geehrten die Meisterprüfung ablegten, die Schlagzeilen bestimmt hatten.

So reiste er mit den Gästen gedanklich zurück ins Jahr 1982, als Helmut Kohl Bundeskanzler wurde, die erste Audio-CD auf den Markt kam und die Sängerin Nicole mit dem Lied „Ein bisschen Frieden“ für Deutschland beim Eurovision Song Contest gewann.

Musikalisch ging es auch beim Festakt in der Bildungsakademie Waldshut zu. Das Saxophon-Quintett Safer Sax unterhielt die Gäste der Veranstaltung, die coronabedingt erstmal seit zwei Jahren wieder in Präsenz stattfinden konnte.

Neben der Ersten Beigeordneten der Stadt Waldshut-Tiengen, Petra Dorfmeister, dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Hochrhein, Wolf Morlock, begrüßte Kaiser unter anderem die Bürgermeister oder deren Stellvertreter jener Gemeinden, in denen die geehrten Handwerker leben.

Der Kreishandwerksmeister erwähnte auch diejenigen Menschen, denen die geehrten Handwerker im Laufe ihres Berufslebens zu einem Einkommen und zu einer Existenz verholfen haben. Darunter befinden sich Mitarbeiter in den Handwerksbetrieben, junge Menschen, die eine Ausbildung erhalten haben, und schließlich auch Geschäftspartner und Lieferanten.

„Mit jeder bezahlten Rechnung waren Sie daran beteiligt, dass auch deren Mitarbeiter ihr Einkommen erhielten“, erklärte Kaiser und forderte die Geehrten auf, sich für diese Leistung selbst zu feiern.

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