Wichtigstes Thema für den Schwarzwaldverein sei es, Mitglieder zu gewinnen und überkommene Strukturen in der Vorstandsgestaltung aufzubrechen, sagte Meinrad Joos, Präsident des Schwarzwaldverein-Hauptvereins. „Die Mitgliederzahlen sinken, der Deutsche Wanderverband hat einen Rückgang um zehn Prozent in den letzten fünf Jahren festgestellt. Um junge Menschen zu gewinnen brauchen wir neue Ideen.“ Joos sprach vor rund 250 Mitgliedern aus 101 von 200 Ortsvereinen, die am Samstag in der Laufenburger Rappensteinhalle zur Delegiertenversammlung erschienen waren.

„Lebendige Ortsvereine machen lebendige Vereinsarbeit – wenn wir neue Leute und jüngere Leute anziehen und halten, können ...
„Lebendige Ortsvereine machen lebendige Vereinsarbeit – wenn wir neue Leute und jüngere Leute anziehen und halten, können wir auch gute Arbeit leisten. Dies ist nun insgesamt unsere große Herausforderung“, sagt Meinrad Joos, Präsident des Schwarzwaldverein-Hauptvereins. | Bild: Sigrid Schneider

Unter den Ehrengästen waren die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), Landrat Martin Kistler, Bürgermeister Ulrich Krieger und der Ehrenpräsident des Hauptvereins sowie Altbürgermeister der Gemeinde Rickenbach, Georg Keller. 41 von 200 Ortsvereinen verzeichnen keine Mitgliederzuwächse. Obwohl 66 neue Vorsitzende seit 2019 in den Ortsvereinen gewählt worden seien, gebe es zu wenig junge Mitglieder.

Vorstandsteams verjüngen durch ein Dreierteam an der Vereinsspitze, Radfahrgruppen als Untergruppen integrieren und in die Vorstandsarbeit einbeziehen, Menschen von außen begeistern und mit ins Boot holen, über den eigenen Tellerrand hinaus denken – dies waren nur einige Punkte, die als Verbesserungsvorschläge in den Raum geworfen wurden. Ein Workshop sei extra dazu eingerichtet worden, dass die Mitglieder sich mit den neuen Fragestellungen auseinandersetzen können, erläuterte Joos.

„Dass wir in unserem 100-jährigen Jubiläumsjahr diese Delegiertenversammlung mit einem Jubiläumsprogramm ausrichten konnten, ist ...
„Dass wir in unserem 100-jährigen Jubiläumsjahr diese Delegiertenversammlung mit einem Jubiläumsprogramm ausrichten konnten, ist eine große Ehre und zugleich eine wunderbare Möglichkeit unsere Region Hochrhein allen anderen präsentieren zu können“, sagt Ines Zeller, Vorsitzende des Schwarzwaldvereins Laufenburg. | Bild: Sigrid Schneider

„Dass wir in unserem 100-jährigen Jubiläumsjahr diese Hauptversammlung mit einem Jubiläumsprogramm ausrichten konnten, ist eine große Ehre und zugleich eine wunderbare Möglichkeit, unsere Region Hochrhein allen anderen präsentieren zu können“, sagte die Vorsitzende des Ortsvereins Laufenburg, Ines Zeller, erfreut. Bei den Bewerbungen würden aber auch Ortsvereine bevorzugt, die ein Jubiläum ausrichten, erläuterte sie. „Wir setzten daneben in unserer Auswahl darauf, wer will und wer kann“, sagte Meinrad Joos. Dass der Ortsverein Laufenburg dies souverän meistern könne, davon seien sie überzeugt gewesen.

Die Laufenburger präsentierten sich gut aufgestellt mit einem Ortsverein, der dank einer lebendigen Familiengruppe viele junge Mitglieder im Vorstand begrüßen kann – Jareem Khawaja, stellvertretender Vorsitzender, gehöre mit seinen 19 Jahren zu den Jüngsten im Amt. „Über Mitgliedermangel können wir mit konstant über 300 Mitgliedern nicht klagen“, sagte Zeller.

Sie zählt in Hinblick auf Verjüngung der Ämter darauf, Verantwortung abzugeben und frühzeitig Nachwuchs nachkommen zu lassen. Ebenso gehört für sie Attraktivität durch die unterschiedlichsten Angebote und anziehende Wanderwege dazu; der Laufenburger Wegewart Gebhard Baumgartner etwa habe maßgebliche Arbeit geleistet im Ausschildern der „Laufenburger Acht“ und des neuen „9 Stadtteile Wegs“, der am Wochenende vorgestellt werde.

Doch gehe es auch darum, Menschen nicht nur für die schönen und aufwendig gepflegten Wege zu gewinnen, sondern auch für die Vereine dahinter, sagte Joos. Mit der Einführung des „Grünen Rundschildes“ etwa wird über einen QR-Code nicht nur über den Wanderweg informiert, sondern auch über die Arbeit des Vereins am Weg. „Damit wollen wir die Aufmerksamkeit auf uns lenken und Leute dazu bewegen, mit uns in Kontakt zu treten“, erklärte Joos diese Werbekampagne, die 2021 gestartet ist. „Wenn wir neue Leute und jüngere Leute anziehen und halten, können wir auch gute Arbeit leisten; sei es im Naturschutz, in der Wegearbeit, der Jugend- und Familienarbeit, oder der Kulturarbeit. Dies ist nun unsere große Herausforderung insgesamt“, sagte Joos in Hinblick auf die Zukunft.