Zwei junge Schwäne zieht die Warmbacher Familie Furtwängler groß. Die beiden wurden von ihren leiblichen Eltern verstoßen. Dank der Pflegeeltern haben sie überlebt und werden im Garten aufgepäppelt, bis sie groß genug sind, um wieder in die Freiheit entlassen zu werden. Mittlerweile gehören sie fest zur Familie.

Die fünfköpfige Familie Furtwängler wohnt wunderschön direkt am Rhein in Warmbach. Vor mehr als zwei Monaten haben sie beobachtet, wie ein Schwanenpaar sich für Ihr Ufergrundstück interessierte. Sechs große Eier legte die Schwanenfrau. „Aber dass wir Schwaneneltern werden, daran haben wir überhaupt nicht gedacht“, sagt Angela Furtwängler. Erst als die Eier gelegt waren, bauten die leiblichen Eltern aus Daunen, Gras, Laub und Erde ein kreisförmiges Nest um die Eier drum herum – das ist so üblich.

Die Schwänin war mit dem Brüten beschäftigt, der Schwan schützte das Revier vor Eindringlingen. Angela Furtwängler erinnert sich: „Es war 40 Grad heiß, mein Mann stellte einen Sonnenschirm und eine Schale mit Wasser neben dem Nistplatz auf. Dann, nach zwei Tagen waren fünf Küken geschlüpft, ein Tier war tot.“

Schwanenfamilie zieht in den Rhein

Kurze Zeit später zog die junge Schwanenfamilie gemeinsam in den Rhein. Tage danach, Angela Furtwängler war im Garten mit dem Aufhängen der Wäsche beschäftigt, sah sie die Schwanenfamilie, aber es waren nur drei Küken mit dabei. Da machte sich die ganze Familie auf die Suche, sie liefen dem Ufer entlang und hörten ein leises Fipsen. Ein Schwanenküken lag im Gebüsch, es war erschöpft und ließ sich einfangen. Daheim angekommen wurde es mit in Wasser aufgeweichtem Vollkorntoastbrot füttern.

Das könnte Sie auch interessieren

Tags darauf waren die Söhne der Furtwänglers im Rhein unterwegs und versteckt im Unterholz fanden sie das zweite Schwanenbaby. Dass es sich um Geschwister-Schwäne handelt, wurde gleich klar, schildert Angela Furtwängler: „Schwäne erkennen sich an der Stimmen. Unsere zwei Findelkinder verstanden sich, sie kommunizierten miteinander.“

Die Familie gab den beiden Jungvögeln die Namen Manni und Peter. Zur Aufzucht der beiden Schwäne holten sie sich Auskunft und Hilfe beim Rheinfelder Tierheim und einem Schwanenexperten in der Schweiz. Übernachtet haben die Küken anfangs in einem Karton, inzwischen sind sie nachts in einem vor Fuchs und Marder gesicherten Gehege untergebracht. Der ganze Garten der Furtwänglers steht den Tieren zur Verfügung, mittendrin stehen ein kleiner Pool mit Rheinwasser, Seegras und Sonnenschirm.

Manni und Peter haben im Garten der Familie Furtwängler einen eigenen, mit Rheinwasser gefüllten Pool.
Manni und Peter haben im Garten der Familie Furtwängler einen eigenen, mit Rheinwasser gefüllten Pool. | Bild: Petra Wunderle

Jeden Morgen, Punkt 7 Uhr, wird es laut auf dem Anwesen, Manni und Peter geben gurgelnde Töne von sich, sie wollen raus und haben Hunger. Vollkornbrot im Wasser, Dosenmails püriert, aufgeweichte Linsen, getrocknete Shrimps und Bachflohkrebse sowie Vitaminpellets stehen auf dem Speiseplan. Angela Furtwängler hat schon versucht, die Küken mit ihrer eigentlichen Familie im Rhein zusammenzuführen. Das klappte aber nicht, der Schwanenvater wurde aggressiv und fauchte mit schlagenden Flügeln.

Inzwischen gehören Manni und Peter fest zur Familie, sie sind relativ zahm und kommunizieren über Töne und Gestik miteinander. Es sei ein schönes Zusammensein: „Wenn meine Jungs an der Werkzeugkiste oder mein Mann am Holz stapeln sind werden sie von Manni und Peter beobachtet. Und wenn ich mich im Liegestuhl ausruhe, dann legen sie sich daneben. Sie schnäbeln vergnügt und ich finde das richtig harmonisch“, sagt Angela Furtwängler.

Mit Blick in die Zukunft steht für die Warmbacher Familie fest, dass sie ihre beiden Pflegekinder im nächsten Frühling die Freiheit entlassen. „Wir werden sie am Rhein bei Schwörstadt zu gleichaltrigen Schwänen auswildern.“

Das könnte Sie auch interessieren