Wenn mitten in der Nacht ihr Handy klingelt, dann wissen sie, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit eine Frau ist, die von häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht ist und ihre Hilfe braucht: Seit 25 Jahren sind sogenannte Notruffrauen für das Frauen-und Kinderschutzhaus Kreis Waldshut ehrenamtlich im Einsatz. Sie sind erreichbar, wenn die Hauptamtlichen des Schutzhauses und der Beratungsstelle Courage Dienstschluss haben.

Im Rahmen eines Festakts in Räumen der Stoll-Vita-Stiftung mit rund 50 geladenen Gästen wurde am Mittwochabend dieses Jubiläum gefeiert. „Die Notruffrauen sind der Garant dafür, dass an 365 Tagen rund um die Uhr Frauen ins Schutzhaus aufgenommen werden können und die nötigen Schritte zu ihrem Schutz eingeleitet werden“, sagte Marlies Sonntag, Geschäftsführerin der Einrichtung. Das Engagement der Notruffrauen wurde vielfach gewürdigt. Etliche Gäste traten ans Mikrofon, um ihnen persönlich Dank, Anerkennung und Respekt auszusprechen: Landrat Martin Kistler, Bürgermeister Joachim Baumert, Rita Schwarzelühr-Sutter (Parlamentarische Staatssekretärin und Bundestagsabgeordnete der SPD), Sabine Hartmann-Müller (Landtagsabgeordnete der CDU) und Michael Wirz (Polizeirevier Waldshut- Tiengen), der die gute vertrauliche Zusammenarbeit mit den Notruffrauen hervor hob.

Landrat Martin Kistler versicherte, dass der Landkreis auch weiterhin mit dem Frauen- und Kinderschutzhaus konstruktiv und verlässlich zusammen arbeiten werde. Petra Thyen, frühere Mitarbeiterin des Frauen- und Kinderschutzhauses, blickte auf die Anfänge des Notrufs zurück, der zwei Jahre nach Einrichtung des Frauen- und Kinderschutzhauses aufgebaut wurde und nach ihren Worten, trotz anfänglicher Stolpersteine zu einem Erfolgsmodell wurde. Was es in der Praxis heißt, Notruffrau zu sein, machte Christel Mandel auf eindringliche Weise bewusst, indem sie Anrufe und Fälle schilderte, die sich im Landkreis Waldshut ereignet haben. „Wir Notruffrauen haben Dinge erlebt, die wir uns anfangs nicht haben vorstellen können“, sagte sie.

Ebenso passend wie unterhaltsam musikalisch umrahmt wurde der Abend von Waltraud Uphaus und Andrea Bächle, die als Duo „Buschwindrosen“ bevorzugt Lieder aus der frühen Frauenbewegung wie „Brot und Rosen“ sangen. Mit einem geselligen Beisammensein bei Getränken und Häppchen – gereicht und hergerichtet vom Vorstand der Landfrauen Bezirk Waldshut – klang der Festakt für die Notruffrauen gesellig aus.