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Das Schweizer Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) gegenüber von Waldshut ist seit dem Pfingstmontag für die Jahresrevision abgeschaltet. Der Reaktor bleibt in diesem Jahr gut fünf Monate lang außer Betrieb. Grund für die lange Abstellung ist nach KKL-Angaben der Ersatz sowohl des Kondensators als auch des Reaktorumwälzsystems.

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Der Kondensator ist der größte Wärmetauscher im KKL und im Maschinenhaus direkt unter den drei Niederdruckturbinen angeordnet, informierte das Unternehmen in einer Medienmitteilung. Er leitet die Wärme vom inneren Reaktorkreislauf auf den äußeren Kühlkreislauf mit dem Kühlturm. Mit einer Länge von 22 Metern, einer Breite von 13,5 Metern und einer Höhe von 4,5 Metern sei er so groß wie ein Ferienbungalow. Entsprechend aufwendig seien die Demontage- und Montagearbeiten. Das KKL schreibt über die geplanten Arbeiten: „Dank der neuen, effizienteren Komponenten steigt der Wirkungsgrad des Kondensators und somit die elektrische Leistung des Kraftwerks bei gleichbleibender Reaktorleistung um rund zehn Megawatt. Dies entspricht der Leistung eines kleinen Wasserkraftwerks.“

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Das zweite Modernisierungsprojekt betrifft das Reaktor-Umwälzsystem, das die Zirkulation des Reaktorwassers im Kern regelt. Das Unternehmen: „Anstelle der bisherigen Umwälzregelung mit Regelventilen wird das Umwälzsystem neu mit per Frequenzumrichter betriebenen Motoren gesteuert. Dieses neue System erlaubt eine hydraulisch optimierte, effizientere Steuerung der Umwälzung im Betrieb und vereinfacht das An- und Abfahren der Anlage.“ Nach KKL-Angaben wiegen die zwei neuen Motoren je rund 30 Tonnen und die beiden Pumpen je rund 18 Tonnen. Die beiden Frequenzumrichter seien je 18 Meter lang und je 35 Tonnen schwer.

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Bei der Jahresrevision sollen 80 frische Brennelemente in den insgesamt 648 Brennelemente fassenden Reaktorkern eingesetzt werden. Geplant sei zudem die Fortführung von Erneuerungsarbeiten an der Sicherheits- und Leittechnik. Weitere Schwerpunkte der Revision seien Instandhaltungs- und Inspektionsarbeiten sowie wiederkehrende Prüfungen an Systemen und Komponenten.

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Nach KKL-Angaben werden über den gesamten Revisionszeitraum von fünf Monaten verteilt bis zu 1000 externe Fachkräfte pro Tag auf dem Kraftwerksareal anwesend sein. Um den Abstand insbesondere beim Zutritt sicherzustellen, sollen die Montageteams in 16 zeitversetzt startenden Schichten arbeiten. Das KKL schreibt: „Es gelten, wie schon im Vorjahr, strenge Corona-Schutzmaßnahmen mit Abstandsvorschriften, Maskenpflicht und Hygieneregeln. Ergänzend werden dieses Jahr auch Massentests durchgeführt.“