Auf Einladung des Vereinsmitglieds Herbert Fuchs senior haben sich Mitglieder des Geschichtsvereins Hochrhein und Gäste zu einem Außentermin in Hohentengen getroffen. Die Zuhörer erfuhren, dass Hohentengen einst ein bedeutender und zentraler Kirchenort und die Heimatpfarrei vieler umliegender Dörfer links und rechts des Rheins war. Wie viele Tausende von Toten ihre letzte Ruhe im Kirchhof fanden, könne nur grob geschätzt werden. Dies schreibt der Geschichtsverein in einer Pressemitteilung.

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Die Kirche St. Maria Hohentengen besteht seit genau 500 Jahren. 1954 zerstörte ein verheerender Brand große Teile des Gebäudes und vernichtete dabei die wertvolle Freskenmalerei im Kirchenraum, die Herbert Fuchs auf Fotos zeigen konnte. Anschließende archäologische Grabungen ergaben, dass es an dieser Stelle bereits in fränkischer Zeit eine Urkirche gab. Historiker vermuten, dass der Ort eine heidnische Kultstätte gewesen sein könnte und nach der Christianisierung an dieser Stelle eine christliche Kirche entstand. Nach dem Brand wurde die Kirche wieder in vorheriger Größe aufgebaut, allerdings mit schlichterer Innenausstattung, da nur wenige Figuren, unter Einsatz des Lebens, aus der brennenden Kirche gerettet werden konnten.

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Anschließend begab sich die geschichtsinteressierte Gruppe zur nahegelegenen Burgruine Weißwasserstelz. Da die Ruine mit hohen Bäumen zugewachsen ist, wird das idyllisch gelegene Kleinod erst nach einem kurzen Aufstieg sichtbar und der Besucher ist überrascht von der Größe der noch stehenden markanten Burgwände, ein Verdienst des Landes Baden-Württemberg, das im ausgehenden 20. Jahrhundert eine aufwendige Konservierung anordnete und so den weiteren Verfall verhinderte. Herbert Fuchs erzählte von der einstigen Bedeutung der drei Burgen Rotwasserstelz, Weißwasserstelz und Schwarzwasserstelz, die an zollstrategisch günstiger Stelle standen und Übersicht über den Land- und Wasserverkehr boten.

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Während Rotwasserstelz, besser bekannt als Schloss Rötteln, am Grenzübergang zu Kaiserstuhl/Schweiz gelegen, noch erhalten und bewohnt ist, sucht man vergeblich nach dem einst auf einer Rheininsel gelegenen Wasserschloss Schwarzwasserstelz. Als die Burg im 19. Jahrhundert verfiel, wurden ihre Steine abgetragen und einer anderen Verwendung zugeführt. Durch die Aufstauung des Rheins ist nahe dem Schweizer Ufer heute nur noch eine kleine Kuppe der Insel mit einer Bunkeranlage zu sehen. Viele Geschichten und Legenden ranken sich um diese Burgen, Dichter ließen sich durch ihren Anblick inspirieren, so Gottfried Keller für seine Novelle „Hadlaub“. Herbert Fuchs erinnerte daran, dass sich in der Nähe ein Steinbruch befand, und eine Seilbahn das Gestein zum ehemaligen Lonza-Fabrikgelände transportierte.

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