Das Badener Thermalbad, das 2021 öffnen soll, ist zwar noch nicht fertig gebaut, aber es hat bereits einen offiziellen Namen: „Fortyseven“, wie jetzt an einer Pressekonferenz bekanntgegeben wurde. Der Name wurde in erster Linie gewählt, weil das Thermalwasser 47 Grad warm ist, wenn es in Baden aus dem Boden sprudelt. Außerdem sollte der neue Name ein „Lifestyle-Brand“ sein.

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Auf sozialen Medien wird der neue Name intensiv diskutiert. Auch Andrea Schaer hat sich dazu geäußert. Die Archäologin befasst sich seit vielen Jahren mit der Bäderkultur, war außerdem Co-Autorin der „Stadtgeschichte Baden“. Mit dem Namen „Fortyseven“ kann sie nicht allzu viel anfangen, wie sie auf Facebook schreibt, und was sie auch den Verantwortlichen auf deren Anfrage mitteilte. „Der Name nimmt zwar Referenz auf die Wassertemperatur. Das erschließt sich aber nicht einmal Kundigen sofort.“ Schade sei, dass der Name keinerlei Bezug zum riesigen historischen Erbe nehme.

Archäologin spricht von verpasster Chance

Sie spricht auf Anfrage von einer verpassten Chance. Der Name sei zudem sehr beliebig. „Baden hätte es gar nicht nötig, das Thermalbad mit einem Label zu versehen. Ein mit starken Geschichten und Emotionen verbundener Ort steht für sich selbst.“

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Nicht ohne Grund heiße der Unique Zurich Airport wieder Flughafen Zürich, und das Stade de Suisse (Fußballstadion in Bern) werde bald wieder zum Wankdorf, so Schaer. In Bern gibt es ab diesem Monat wieder ein Stadion Wankdorf. Möglich machte dies der Stadion-Nachbar CSL Behring. Das Biotech-Unternehmen sicherte sich für mindestens fünf Jahre die Namensrechte und entschied, dass das Berner Fußballstadion künftig wieder nach dem Standortquartier benannt ist. Damit wird der Name „Stade de Suisse„ wieder rückgängig gemacht.

Auch auf der Website der „Aargauer Zeitung“ haben sich Dutzende Leser kritisch geäußert.