Anfang Mai stürzte ein 28 Tonnen schwerer Koloss auf die Landstraße zwischen dem Todtnauer Ortsteil Präg und Bernau. In der Folge sichteten Geologen zwei weitere absturzgefährdete Felsbrocken in der Nähe der Absturzstelle. Die Felssicherungsarbeiten sind nun abgeschlossen. Die Straße wurde geräumt. Seit Mittwochmittag ist die Landstraße 149 wieder für den Verkehr freigegeben.

Ein Blick auf die Absturzstelle

Die Absturzstelle am Mittwochmittag: Fetzen von Absperrband liegen noch am Straßenrand. Die Dixie-Toilette der Bauarbeiter steht in einer Haltebucht. Mit frischem noch weichem Teer sind die Schäden geflickt, die der tonnenschwere Fels auf der Landstraße hinterließ.

Die Schäden, die der Koloss auf der Straße hinterließ, wurden mit Teer geflickt. Der Fels ist geräumt und die L149 ist nun wieder frei für den Verkehr.
Die Schäden, die der Koloss auf der Straße hinterließ, wurden mit Teer geflickt. Der Fels ist geräumt und die L149 ist nun wieder frei für den Verkehr. | Bild: Verena Wehrle

Im Hang sieht man die Schneise der Verwüstung, die der Felsabsturz verursacht hat.

Auf seinem Weg auf die Landstraße hat der Fels im Hang eine Schneise der Verwüstung hinterlassen.
Auf seinem Weg auf die Landstraße hat der Fels im Hang eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. | Bild: Verena Wehrle

Die Straße ist frei, ein paar wenige Auto- und vor allem auch Motorradfahrer nutzen sie wieder. Knapp zwei Monate war die L 149 zwischen Todtnau-Präg und Bernau gesperrt.

Arbeiter mussten Felsen händisch zerkleinern

Die Felssicherung wurde durch die Spezialfirma Königl aus Würzburg durchgeführt. Tobias Türk, Bauleiter der Maßnahme, erläutert im Gespräch mit dem SÜDKURIER die besonderen Herausforderungen. Zum einen sei die Zugänglichkeit zu den absturzgefährdeten Felsen 50 Meter oberhalb der Straße schwierig gewesen. Dort befanden sich ein 10 Kubikmeter sowie ein 30 Kubikmeter großer Fels, die beide hochgradig abgesturzgefährdet waren.

Zum anderen befindet sich der zu sichernde Hang mitten im bedeutsamen FFH- und Vogelschutzgebiet. „Wir waren in einem sensiblen Gebiet, da mussten wir die Schäden so gering wie möglich halten und sorgsam arbeiten“, so Türk.

Dieser Fels war stark absturzgefährdert und wurde kontrolliert abgeworfen.
Dieser Fels war stark absturzgefährdert und wurde kontrolliert abgeworfen. | Bild: Firma Königl

Ein Maschineneinsatz im Hang sei deshalb nicht möglich gewesen. Das hieß wiederum für die Arbeiter: Sie mussten den 30-Kubik-Felsen von Hand mit dem Presslufthammer zerkleinern und dann kontrolliert abwerfen.

Den 10-Kubikmeter-Fels mussten die Arbeiter kurzerhand abwerfen, weil er schon abzustürzen drohte. Das zerkleinerte Material sei so weit wie möglich im Hang verblieben. Den Fels, der auf der Straße lag, hatten die Arbeiter mit Hilfe von Maschinen zerkleinert und abtransportiert. Trotz der Arbeiten in dem sensiblen Gebiet sagt Türk von der Würzburger Spezialfirma: „Für uns ist das Alltagsgeschäft.“ Arbeiter seien nicht zu Schaden gekommen.

Hang wieder sicher

„Doch trotz dieser Schwierigkeiten waren wir gut im Zeitplan“, so Torben Pahl, Pressesprecher des Landratsamts Lörrach, welches die Arbeiten in Auftrag gegeben hatte. Der Bereich rund um die Abbruchstelle sei nun sicher, so Pahl.

Die Landstraße zwischen Präg und Bernau ist wieder frei. Die Absperrungen sind abgebaut. Die Durchfahrt ist nun wieder sicher.
Die Landstraße zwischen Präg und Bernau ist wieder frei. Die Absperrungen sind abgebaut. Die Durchfahrt ist nun wieder sicher. | Bild: Verena Wehrle

Zum Abschluss wurden noch Flurschäden beseitigt und die Fahrbahn instand gesetzt. Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau hat der Verkehrsfreigabe am Mittwochmittag zugestimmt. „Es wird sich noch entscheiden, ob eine Vernetzung des Hangs noch angebracht wird oder nicht“, erklärt Bauleiter Tobias Türk.

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